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B2B-Website-Design: 12 bewährte Praktiken für bessere Conversion

Tom
Tom
12. März 2026 · 14 Min. Lesezeit

Eine B2B-Website konvertiert, wenn sie drei Dinge gleichzeitig schafft: Sie beantwortet die Kernfrage des Besuchers sofort, sie baut Vertrauen auf, bevor jemand tiefer liest, und sie leitet zur nächsten Aktion mit so wenig Reibung wie möglich. Wer diese drei Hebel unabhängig voneinander optimiert, kommt weiter als wer nur an einer Stellschraube dreht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Value Proposition im Hero-Bereich entscheidet über Verbleib oder Absprung – unklar formuliert verlierst du den Besucher, bevor er das erste Mal scrollt.
  • Social Proof wirkt am stärksten direkt neben dem Moment des Zweifels, nicht auf einer separaten Referenzseite am Ende der Navigation.
  • Jedes zusätzliche Formularfeld senkt die Conversion-Rate – drei Felder reichen für den ersten Kontakt, der Rest kommt über Folgesequenzen.
  • Mobile-Optimierung ist keine Design-Entscheidung, sondern die Grundlage: B2B-Recherchen starten zunehmend auf dem Smartphone, auch wenn die Kaufentscheidung später fällt.
  • Lead-Magnets verlängern den Kontakt mit Besuchern, die noch nicht kaufbereit sind – entscheidend in einem B2B-Zyklus, der selten beim ersten Besuch endet.

Was B2B-Entscheider im Hero-Bereich in den ersten Sekunden suchen

B2B-Einkäufer kommen nicht neugierig auf deine Website. Sie kommen mit einer konkreten Frage: Löst das mein Problem? Wenn der Hero-Bereich diese Frage nicht in wenigen Sekunden beantwortet, ist die Person weg – ohne dass sie überhaupt gescrollt hat.

Die Value Proposition muss drei Fragen in einer einzigen Überschrift beantworten: Was bietest du an? Für wen? Und was unterscheidet dich? Das klingt einfach, aber die meisten B2B-Hero-Bereiche liefern nur eine der drei Antworten – wenn überhaupt. Hero-Sections mit direkt verständlicher Value Proposition konvertieren messbar besser als solche mit assoziativem oder kreativem Text, weil der Besucher nichts interpretieren muss.

Wie eine klare Headline konkret aussieht

Das Format, das in der Praxis trägt: Was du tust, für wen du es tust und was du wegfallen lässt oder vereinfachst. „Wir automatisieren deine B2B-Kundengewinnung mit ActiveCampaign – ohne Entwickler-Abhängigkeiten." Dieser Satz beantwortet alle drei Fragen in unter zehn Sekunden. „Wir sind der führende Anbieter innovativer Lösungen" beantwortet keine einzige.

Teste deine aktuelle Headline mit dem 5-Sekunden-Test: Zeige die Startseite einer Person, die dich nicht kennt, fünf Sekunden lang. Kann sie danach erklären, was du anbietest und für wen? Wenn nicht, ist die Headline das erste, was überarbeitet werden muss – vor jeder anderen Optimierung.

Was oberhalb der Falz zwingend stehen muss

Der Above-the-Fold-Bereich funktioniert als Filter: Er entscheidet, wer weiterklickt. Vier Elemente gehören dorthin: Eine Headline, die den Hauptnutzen benennt. Eine Subheadline, die in ein bis zwei Sätzen erklärt, wie das funktioniert. Ein CTA-Button mit konkretem Versprechen – nicht „Mehr erfahren", sondern „Kostenlose Website-Analyse starten". Und ein visuelles Element, das das Angebot unterstreicht statt dekoriert.

Was nicht oberhalb der Falz stehen sollte: Slider mit mehreren Botschaften, Newsletter-Einblendungen, austauschbare Stockfotos. Jede weitere Option verdünnt die Hauptbotschaft. Je mehr gleichzeitige Aussagen, desto weniger bleibt hängen – und desto weniger passiert.

B2B-Entscheider scannen Websites, sie lesen sie nicht linear. Das bestimmt, wie Navigation und Content strukturiert sein müssen: klar gruppiert, unmittelbar verständlich, ohne Umwege. Eine Navigation mit mehr als sieben Hauptpunkten ist selten ein Zeichen von Vollständigkeit, sondern meist von unklarer Priorisierung.

Bewährte Navigationsstruktur für B2B

Leistungen oder Lösungen stehen an erster Stelle, weil das der häufigste erste Klick eines Neubesuchers ist. Branchen oder Zielgruppen folgen, wenn du differenziert nach Kundensegmenten adressierst. Referenzen oder Fallstudien als eigenständiger Menüpunkt – weil Social Proof eine eigene Seite verdient und aktiv gesucht wird. Über uns für Vertrauen, Kontakt zuletzt aber sichtbar.

Alles andere gehört in Untermenüs oder den Footer. Jeder Hauptmenüpunkt, den ein Besucher nicht sofort versteht, ist einer zu viel. Verwende keine Marketing-Begriffe in der Navigation: „Lösungen" funktioniert, „Solutions" befremdet deutsche Entscheider, „Ökosystem" ist Insiderjargon.

Content-Hierarchie innerhalb einer Seite

Das Scan-Verhalten von B2B-Nutzern ist gut dokumentiert: Headline zuerst, dann Bullets, dann Call-to-Action – und erst dann, wenn etwas Interesse geweckt hat, der Fließtext. Jede Seite deiner Website sollte dieser Reihenfolge folgen.

Das bedeutet konkret: Die wichtigste Aussage steht in der Überschrift, nicht im dritten Satz des zweiten Absatzes. Die drei stärksten Vorteile stehen als Liste, nicht eingebettet in einen Fließtextblock. Der CTA steht nach dem Argument, nicht davor. Verwende ausreichend Weißraum – Textwände sind kein Zeichen von Substanz, sondern ein Abschreckungsmittel. Drei kurze Absätze mit je einer Kernaussage sind einer langen Textspalte deutlich überlegen.

Social Proof: Wann Vertrauen entsteht – und wann er verpufft

B2B-Kaufentscheidungen sind selten Einzelentscheidungen und selten impulsiv. Mehrere Personen sind beteiligt, der Einsatz ist hoch, der Zyklus lang. Vertrauen ist damit nicht nur wünschenswert, sondern die zentrale Hürde vor jeder Conversion.

Der häufigste Fehler: Social Proof wird auf einer eigenen Referenzseite gesammelt und dort dann ignoriert. Wer entscheidet, hat keine Zeit, aktiv nach Belegen zu suchen. Wirkungsvoller ist es, Vertrauen genau dort zu platzieren, wo Zweifel entsteht – direkt neben dem Formular, unterhalb des Hero-Bereichs, neben dem Preispunkt.

Wo Social Proof wirkt

Logos bekannter Kunden oder Partner gehören direkt unterhalb des Hero-Bereichs, bevor jemand zum ersten Mal scrollt. Testimonials mit konkreten Ergebnissen und vollständigem Namen gehören direkt neben ein Angebot oder Formular. Auszeichnungen und Partner-Zertifizierungen gehören in die Nähe von Preistabellen oder Entscheidungsmomenten.

Der entscheidende Unterschied zwischen wirkungsvollem und wirkungslosem Social Proof: Spezifische Ergebnisse konvertieren besser als allgemeine Emotionen. „Wir haben unsere Qualifizierungszeit pro Lead von drei Tagen auf vier Stunden reduziert" wirkt stärker als „Das Team hat uns wirklich weitergeholfen". Wer keine konkreten Zahlen nennen kann, wählt lieber eine präzise Situationsbeschreibung statt eine leere Begeisterungsformel.

Was als Social Proof funktioniert und was nicht

Kundenzitate ohne Namen und Unternehmen überzeugen im B2B-Kontext niemanden. Ein vollständiges Zitat mit Vor- und Nachname, Unternehmen und Funktion – idealerweise mit Foto – wirkt unmittelbar glaubwürdiger. Video-Testimonials sind noch wirkungsvoller, weil sie schwerer zu fälschen sind und Persönlichkeit transportieren.

Zertifizierungen und Partnerschaften sind im B2B-Kontext besonders wirksam, weil sie von einer dritten Partei bestätigt werden. Der Status als offizieller ActiveCampaign-Partner ist ein klares Signal für Interessenten, die ActiveCampaign einsetzen wollen: Dieser Nachweis gehört auf die Startseite und auf jede relevante Leistungsseite – sichtbar, nicht im Footer versteckt.

Formulare: Jedes zusätzliche Feld senkt die Conversion-Rate

Formulare sind das technische Nadelöhr zwischen Interesse und Kontakt. Gleichzeitig sind sie der häufigste Conversion-Killer auf B2B-Websites: zu viele Pflichtfelder, zu früh im Prozess gestellt, zu wenig erklärt. Ein Formular, das sich wie eine Bewerbung anfühlt, bekommt keine Ausfüllungen.

Wie viele Felder sind genug?

Für den ersten Kontakt reichen drei Felder: Vorname, geschäftliche E-Mail-Adresse, Unternehmen. Alles, was darüber hinausgeht – Telefonnummer, Budgetrahmen, Projektzeitplan – lässt sich in einem zweiten Schritt erfragen, wenn die Person sich bereits eingetragen hat. Das zweistufige Formular ist ein bewährtes Muster: Erst die niedrigschwelligen Daten, dann auf der Danke-Seite oder per Follow-up-Sequenz die Qualifizierungsdaten.

ActiveCampaign ergänzt dabei, was das Formular nicht fragt: Site Tracking speichert, welche Seiten ein Lead besucht hat. Tags zeigen, für welche Inhalte Interesse bestand. Lead Scoring priorisiert, wer zuerst kontaktiert werden sollte. Das schlanke Formular wird damit kein Informationsverlust, sondern der Einstieg in ein System.

DSGVO und Datenschutz ohne Conversion-Schaden

Die Datenschutz-Checkbox ist Pflicht. Sie muss aber keine Stolperfalle sein. Ein einfacher Satz reicht: Ich stimme der Verarbeitung meiner Daten gemäß Datenschutzerklärung zu – mit einem Link auf die entsprechende Seite. Kein Absatz Kleingedrucktem im Formular, kein zweiter Checkbox für Newsletter, keine versteckte Opt-in-Frage. Wer das Formular-Erlebnis so gestaltet, dass es die Hürde spürbar senkt, kommt auch mit DSGVO-konformem Setup auf gute Conversion-Raten.

So richtest du ein zweistufiges Kontaktformular mit ActiveCampaign ein

Am Ende dieses Blocks hast du ein Formular, das die wesentlichen Kontaktdaten abfragt und danach automatisch eine Folgesequenz startet, die Qualifizierungsdaten nachlädt – ohne dass du beim ersten Kontakt mehr als drei Felder verlangst.

  1. Gehe in ActiveCampaign zu Formulare und erstelle ein neues Inline-Formular. Wähle als Formulartyp Inline – dieser Typ lässt sich direkt in deine Website einbetten.
  2. Füge genau drei Felder hinzu: Vorname (Pflicht), E-Mail (Pflicht), Unternehmen (Pflicht). Entferne alle Standard-Zusatzfelder, die ActiveCampaign standardmäßig anlegt.
  3. Stelle unter Aktionen → Nach dem Absenden eine eigene Danke-Seiten-URL ein, zum Beispiel /danke. Diese Seite enthält entweder ein zweites kurzes Formular mit zwei bis drei Qualifizierungsfragen oder einen Kalenderlink für ein Erstgespräch.
  4. Erstelle eine Automation mit dem Trigger Formular ausgefüllt. Erster Schritt: Tag setzen Website-Lead. Zweiter Schritt: Warte 24 Stunden. Dritter Schritt: Wenn das Tag Qualifiziert noch nicht gesetzt ist, sende eine E-Mail mit der Einladung, die Qualifizierungsseite auszufüllen oder einen Termin zu wählen.
  5. Aktiviere Site Tracking unter Einstellungen → Tracking → Site Tracking und gib die Domain deiner Website ein. Ab sofort wird jeder Seitenaufruf eines bekannten Kontakts protokolliert und steht dir in der Kontaktansicht und für Automations-Trigger zur Verfügung.

Das Ergebnis: Du erhältst mehr ausgefüllte Formulare, weil der Einstieg niedrigschwellig ist – und trotzdem qualifizierte Leads, weil die Folgesequenz die fehlenden Informationen nachlädt. Die Einrichtung von ActiveCampaign-Formularen für Lead-Magnets beschreibt die einzelnen Formulartypen und wann welcher passt.

Performance und Mobile – Grundlage, nicht Bonus

Ladezeiten unter drei Sekunden sind keine Kür. Sie sind die Grundvoraussetzung dafür, dass Besucher überhaupt lange genug bleiben, um zu Leads zu werden. Jede weitere Sekunde kostet Conversions, die nie in einem Dashboard auftauchen – weil die Person schon weg ist, bevor das Tracking überhaupt greift.

Was die Ladezeit bestimmt

Die größten Bremsen sind fast immer die gleichen: zu große Bilder ohne Komprimierung, zu viele externe Skripte (Chat-Widgets, Analytics, Retargeting-Pixel), langsames Hosting ohne Content Delivery Network. Der schnellste technische Fortschritt entsteht durch Bildoptimierung im WebP-Format mit Lazy Loading – beides ist heute Standard in jedem modernen CMS und sollte standardmäßig aktiviert sein.

Google PageSpeed Insights gibt eine priorisierte Liste der Probleme auf deiner Website, inklusive Schätzung des Zeitaufwands und der Wirkung. Die obersten fünf Empfehlungen lösen in der Regel den größten Teil der Geschwindigkeitsprobleme. Bearbeite sie in der angezeigten Reihenfolge, nicht nach persönlichem Aufwandsempfinden.

Mobile-Optimierung für B2B-Recherche

B2B-Recherchen starten häufig mobil – auf dem Weg zur Arbeit, zwischen Meetings, beim Lesen von Newslettern. Das heißt nicht, dass die Kaufentscheidung mobil fällt. Aber wenn deine Website auf dem Smartphone nicht funktioniert, gibt es keine zweite Chance auf dem Desktop.

Designe zuerst für das Smartphone, dann erweitere für den Desktop. Das zwingt dazu, auf das Wesentliche zu reduzieren. CTAs müssen auf dem Touchscreen ohne Mühe tippbar sein – mindestens 44 mal 44 Pixel Tippfläche. Texte müssen ohne Zoom lesbar sein. Formulare müssen auf Mobile genauso funktionieren wie auf Desktop, was auch bedeutet, dass auf Zahlenfeldern das numerische Keyboard voreingestellt ist.

Lead-Magnets als Einstieg in die Customer Journey

Nicht jeder Besucher einer B2B-Website ist kaufbereit. Der Anteil, der beim ersten Besuch Kontakt aufnimmt, liegt im Normalfall deutlich unter fünf Prozent. Den Rest verlierst du – es sei denn, du bietest einen Grund, einen Kontakt zu hinterlassen, noch bevor jemand das Gespräch sucht.

Lead-Magnets erfüllen genau diesen Zweck: Sie bieten sofort nutzbaren Wert gegen die E-Mail-Adresse. Entscheidend ist, dass der Lead-Magnet ein konkretes Problem löst, das die Zielgruppe heute hat – nicht ein abstraktes Thema, das vielleicht irgendwann relevant wird.

Was im B2B-Kontext wirklich funktioniert

Checklisten und Vorlagen mit hohem Praxiswert sind im B2B-Umfeld die wirkungsvollsten Lead-Magnets, weil sie sofort einsetzbar sind. Eine ActiveCampaign-Setup-Checkliste für B2B-Unternehmen adressiert Personen, die bereits mit dem Tool arbeiten oder anfangen wollen – eine inhaltlich schon qualifizierte Zielgruppe.

Guides und kompakte Leitfäden funktionieren für komplexere Themen, wo der Besucher mehr Kontext braucht, bevor er eine Entscheidung trifft. Webinare und kurze Video-Serien eignen sich für Produkte mit längeren Entscheidungszyklen, weil sie mehr Vertrauen aufbauen als ein PDF-Download.

Was nicht funktioniert: Ein Lead-Magnet, der dasselbe sagt wie der Blog-Artikel, nur verpackt als PDF. Wer den Inhalt genauso kostenlos lesen kann, hat keinen Anlass, seine E-Mail-Adresse preiszugeben. Der Lead-Magnet muss etwas enthalten, das ohne Eintragung nicht zugänglich ist.

Lead-Magnets in die Automation integrieren

Jeder Download sollte eine Folgesequenz starten, die nicht sofort eine Beratung anbietet, sondern zuerst weiteren Wert liefert. Drei bis fünf E-Mails mit praxisnahem Inhalt zum gleichen Thema bauen Vertrauen auf. Erst danach, wenn das Lead Scoring einen definierten Schwellenwert erreicht, geht der Lead in den Vertrieb. Wie diese Sequenz konkret aufgebaut wird und wann ein Lead als bereit gilt, erklärt der Artikel zu B2B Lead Nurturing nach Downloads.

Typische Fehler bei B2B-Websites und wie du sie behebst

Zu viele Botschaften gleichzeitig

Hero-Bereiche mit Slider, drei verschiedenen CTAs und einem Newsletter-Banner vermitteln dem Besucher: Wir wissen nicht, was wir dir zuerst sagen sollen. Das überträgt Unsicherheit. Die Lösung ist nicht, alle Botschaften zu optimieren, sondern eine zu wählen und die anderen zu entfernen. Ein klar priorisierter Aufruf zur Handlung schlägt zehn parallele Optionen.

Social Proof zu spät im Seitenfluss

Wer eine vollständige Referenzseite hat, aber keine Logos oder Zitate auf der Startseite, hat Social Proof dort platziert, wo ihn Neulinge nie sehen. Verlege mindestens Kundenlogos und einen kurzen, konkreten Erfahrungsbericht direkt in den Hero-Bereich oder knapp darunter. Die Referenzseite bleibt für Interessenten, die aktiv nach Belegen suchen – die Startseite liefert die Grundlage, bevor jemand überhaupt aktiv sucht.

Formulare, die qualifizieren wollen, bevor sie konvertieren

Ein Formular mit acht Pflichtfeldern – Budgetrahmen, Zeitplan, Unternehmensgröße, Abteilung, Telefon, Projektstatus – wirkt nicht wie ein Kontaktformular, sondern wie eine Bewerbung. Das senkt die Conversion-Rate erheblich, ohne die Lead-Qualität zu verbessern. Qualifizierung gehört in den Prozess nach der Eintragung, nicht davor.

Kein Tracking nach dem ersten Kontakt

Wer nur Google Analytics nutzt, weiß, wie viele Besucher gekommen sind. Er weiß aber nicht, welche davon später Kunden wurden. Die Verbindung von Website-Daten mit CRM-Daten – welche Seiten hat jemand besucht, bevor er Kunde wurde? – ist der entscheidende Schritt zu einer informierten Website-Strategie. Das gelingt mit der Kombination aus Site Tracking in ActiveCampaign und Lead Scoring.

Texte aus dem Produkt statt aus dem Problem des Kunden

Unsere Plattform bietet modular konfigurierbare Workflow-Automatisierungen mit API-Integration – das beschreibt dein Produkt. Automatisiere deine Lead-Nachverfolgung, ohne dein CRM zu wechseln – das beschreibt das Problem des Kunden. Der zweite Satz konvertiert besser, weil der Leser sich selbst darin erkennt. Überarbeite jeden Textblock auf deiner Website mit der Frage: Klingt das wie wir reden über uns – oder wie der Kunde denkt über sein Problem?

Wann diese Gestaltungsregeln nicht passen

Die hier beschriebenen Praktiken gelten für B2B-Websites, die mit Inbound-Anfragen arbeiten und Leads über die Website qualifizieren wollen. Es gibt Szenarien, in denen andere Prioritäten gelten.

Wenn dein Vertrieb ausschließlich outbound arbeitet und die Website nur als Nachschlagewerk für Interessenten dient, die du bereits kontaktiert hast, ist Conversion-Optimierung der falsche Hebel. Dann ist Glaubwürdigkeit wichtiger als Conversion-Pfade – die Website bestätigt, sie wirbt nicht.

Wenn dein Produkt einen Preispunkt hat, bei dem Kaufentscheidungen typischerweise über persönliche Empfehlung und nicht über digitale Touchpoints getroffen werden, sollte die Website das Gespräch fördern, nicht ersetzen. Dann gehört ein prominenter Telefonkontakt an die erste Stelle, keine Formularstrecke.

Wenn du eine starke Marke mit hoher Bekanntheit in deiner Nische hast, kann eine reduziertere Website mit weniger Conversion-Elementen besser passen als eine, die auf jeden Besucher mit mehreren parallelen Pfaden reagiert. Bekannte Marken brauchen weniger Überzeugungsarbeit – ihre Website kann direkt in den nächsten Schritt führen.

Häufige Fragen

Wie viele CTAs sollte eine B2B-Website-Seite haben?

Idealerweise einen primären CTA pro Seite, der klar auf die nächste Aktion zeigt. Wenn mehrere Conversion-Pfade sinnvoll sind – etwa Demo buchen für kaufbereite Besucher und Leitfaden herunterladen für frühe Rechercheure – dann maximal zwei. Mehr als zwei CTAs auf einer Seite führen dazu, dass keiner der Aufforderungen ausreichend Aufmerksamkeit bekommt. Die Seite mit einem einzigen, prominent platzierten CTA schlägt die Seite mit fünf gleichwertigen Optionen fast immer.

Welche Conversion-Rate ist für eine B2B-Website realistisch?

Die Medianrate über alle B2B-Websites liegt laut aktuellen Benchmarks bei rund 2,9 Prozent. Gut optimierte Websites mit klarer Zielgruppe, passendem Traffic und reduzierten Formularen erreichen 4 bis 6 Prozent. Liegt deine Rate unter einem Prozent, liegt das Problem fast immer am Traffic-Mix (zu wenig qualifizierte Besucher), am Formular (zu viele Felder oder zu früh im Prozess) oder an der Value Proposition (zu allgemein oder zu produktzentriert).

Sollte ich eine separate Landing Page für Paid Traffic verwenden?

Ja. Paid-Traffic-Besucher kommen mit einem spezifischen Versprechen aus der Anzeige. Wenn die Landing Page dieses Versprechen nicht sofort aufgreift und bestätigt, springen sie ab – egal wie gut die restliche Website ist. Die Landing Page für Paid Traffic sollte die Sprache der Anzeige spiegeln, nur einen einzigen CTA enthalten und keinerlei Navigation haben, die vom Conversion-Ziel ablenkt. Die Startseite ist kein Ersatz für eine dedizierte Landing Page.

Wie oft sollte ich meine B2B-Website testen?

Priorisiere A/B-Tests nach Wirkungsgrad und Traffic. Elemente mit dem höchsten Hebel – Headline, CTA-Text, Anzahl der Formularfelder – solltest du testen, sobald deine Seite ausreichend Traffic für statistisch belastbare Ergebnisse hat. Das bedeutet in der Regel mindestens 500 Besucher pro Variante. Seiten mit wenig Traffic lassen sich besser durch qualitative Methoden optimieren: Heatmaps, Session Recordings, direkte Nutzerbefragungen.

Was gehört auf die B2B-Startseite, was besser auf eine Unterseite?

Auf die Startseite gehören die Value Proposition, Social Proof in kompakter Form, die wichtigsten Leistungsgruppen mit Link zu den Detailseiten und ein einziger primärer CTA. Alles Weitere – Fallstudien im Detail, vollständige Testimonials, spezifische Produktfeatures – gehört auf Unterseiten. Die Startseite ist der Verteiler, nicht der Lageraum. Wer versucht, alles auf der Startseite zu zeigen, zeigt am Ende nichts.

Wie wichtig ist die Ladezeit auf der Startseite im Vergleich zu Unterseiten?

Beide zählen, aber aus unterschiedlichen Gründen. Die Startseite ist der häufigste erste Eindruck – jede Sekunde Ladezeit kostet potenzielle Besucher, bevor sie überhaupt etwas lesen. Unterseiten, besonders Landing Pages für Paid Traffic und Formularseiten, sind die Orte, an denen Conversions stattfinden. Dort ist Ladezeit direkt mit Conversion-Rate verknüpft. Starte mit der Startseite, aber vernachlässige die Unterseiten nicht.

B2B-Website-Design trägt dann, wenn es nicht als einmalige Gestaltungsaufgabe verstanden wird, sondern als kontinuierlicher Prozess: Daten auswerten, hypothesenbasiert ändern, Wirkung messen. Wer die beschriebenen Strukturelemente als Ausgangspunkt nimmt – klare Value Proposition, Social Proof am richtigen Ort, schlanke Formulare, mobiler Einstieg, Lead-Magnets als Zwischenstufe – hat eine Basis, die sich mit echten Nutzungsdaten gezielt verfeinern lässt. Einblick in viele B2B-Projekte zeigt: Die größten Gewinne entstehen nicht durch neue Designtrends, sondern durch konsequentes Wegnehmen von allem, was den Besucher vom nächsten Schritt abhält.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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