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Wenn du als E-Commerce-Unternehmen in Deutschland erfolgreich sein willst, kommst du um Amazon nicht herum. Aber hier ist der Punkt: Amazon SEO ist nicht Google SEO. Was bei Google funktioniert, kann auf Amazon komplett versagen.

Wir haben in den letzten anderthalb Jahren über 170 ActiveCampaign-Projekte begleitet, viele davon für E-Commerce-Unternehmen. Der Fehler, den fast alle machen: Sie denken, SEO ist SEO. Das stimmt nicht.

Amazon ist eine Verkaufsplattform, Google eine Suchmaschine. Dieser Unterschied verändert alles – von der Keyword-Recherche bis zur Content-Strategie. Hier sind die 6 kritischen Unterschiede, die du kennen musst:

1) Amazon will Verkäufe, Google will Antworten

Der wichtigste Unterschied liegt in der Zielsetzung der Algorithmen. Google will die beste Antwort auf eine Frage liefern. Amazon will den nächsten Verkauf generieren.

Das bedeutet für dich:

  • Bei Amazon werden Produkte höher gerankt, die häufiger gekauft werden
  • Bei Google ranken Seiten höher, die hilfreich und relevant sind
  • Amazon-Algorithmus berücksichtigt Conversion-Rate, Verkaufsgeschwindigkeit und Kundenbewertungen
  • Google-Algorithmus bewertet Content-Qualität, Backlinks und User-Signals

Was das für deine Strategie bedeutet: Auf Amazon optimierst du primär für Käufe, nicht für Traffic. Deine Produktseiten müssen verkaufen, nicht nur informieren.

So sieht das in der Praxis aus: Ein Produkt mit schlechteren SEO-Metriken kann auf Amazon besser ranken, wenn es öfter gekauft wird. Bei Google wäre das undenkbar.

2) Keywords funktionieren komplett anders

Bei Google suchst du nach "beste Kaffeemaschine Test" oder "Kaffeemaschine Vergleich". Auf Amazon suchst du nach "Kaffeemaschine DeLonghi" oder "Espressomaschine 15 bar".

Amazon-Keywords sind kauforientiert:

  • Produktbezeichnungen
  • Marken und Modellnummern
  • Spezifische Eigenschaften ("wasserdicht", "bluetooth")
  • Use-Cases ("für Büro", "outdoor")

Google-Keywords sind informationsorientiert:

  • Vergleiche und Tests
  • How-to-Fragen
  • Problemlösungen
  • Kaufberatung

Für den DACH-Markt kommt noch dazu: Deutsche Nutzer suchen auf Amazon oft nach englischen Begriffen, aber mit deutschen Schreibweisen. "Smartphone Huelle" statt "Phone Case".

Praxis-Tipp: Nutze für Amazon-SEO Tools wie Helium 10 oder Jungle Scout für Keyword-Recherche. Für Google-SEO bleibst du bei Ahrefs, SEMrush oder der Google Search Console.

3) Content-Länge: Weniger ist mehr auf Amazon

Google liebt lange, umfassende Artikel. Amazon hasst sie. Hier geht es um Scanbarkeit und schnelle Kaufentscheidungen.

Amazon-Produktseiten:

  • Prägnante Bulletpoints (5-8 Stück)
  • Kurze, keyword-reiche Titel
  • Hochwertige Produktbilder sind wichtiger als Text
  • Beschreibung unter 200 Wörtern

Google-optimierte Seiten:

  • Umfassende Artikel (1500+ Wörter)
  • Detaillierte Erklärungen
  • FAQ-Bereiche
  • Vergleichstabellen und Tests

Der Grund: Amazon-Nutzer sind tiefer im Funnel. Sie wissen schon, was sie kaufen wollen. Google-Nutzer sind oft noch in der Recherche-Phase.

Für E-Commerce-Unternehmen bedeutet das: Du brauchst zwei verschiedene Content-Strategien. Kurz und verkaufsorientiert für Amazon, lang und informativ für Google.

4) Bewertungen sind auf Amazon SEO-Faktoren

Das ist der größte Game-Changer: Auf Amazon sind Kundenbewertungen ein direkter Ranking-Faktor. Bei Google sind sie das nicht.

Amazon berücksichtigt:

  • Anzahl der Bewertungen
  • Durchschnittliche Sterne-Bewertung
  • Aktualität der Bewertungen
  • Antworten auf Kundenfragen

Deshalb ist Review-Management auf Amazon SEO-Strategie, nicht nur Kundenservice.

Hier kommt ActiveCampaign ins Spiel: Du kannst automatisierte E-Mail-Sequenzen aufsetzen, die zufriedene Kunden um Bewertungen bitten. Nach dem Kauf wartest du 7-14 Tage und fragst dann nach.

So baust du das mit ActiveCampaign auf:

  1. Trigger: Kauf abgeschlossen (via E-Commerce-Integration)
  2. Wait: 7 Tage
  3. E-Mail 1: "Wie gefällt dir dein neues [Produkt]?"
  4. Conditional Split: Positive Antwort → Bitte um Amazon-Bewertung
  5. Negative Antwort → Weiterleitung an Kundenservice

Das funktioniert nur, wenn du DSGVO-konform vorgehst und explizit Einverständnis für Review-E-Mails einholst.

5) Lokale Relevanz spielt keine Rolle auf Amazon

Google berücksichtigt stark, wo du suchst. Amazon interessiert das wenig. Ein Produkt aus Hamburg kann genau so gut für jemanden in München ranken.

Das bedeutet für deutsche E-Commerce-Unternehmen:

  • Keine lokalen Keywords auf Amazon ("Kaffeemaschine München")
  • Fokus auf überregionale Suchbegriffe
  • Amazon FBA kann Vorteile bringen (schnellere Lieferung)
  • Prime-Berechtigung ist wichtiger als lokale Nähe

Für Google ist es umgekehrt. Hier können lokale Landing-Pages für verschiedene Städte durchaus Sinn machen.

Praxis-Beispiel aus unseren Projekten: Ein Kunde verkauft Büromöbel. Auf Amazon optimiert er für "Bürostuhl ergonomisch". Auf Google hat er separate Landing-Pages für "Bürostuhl Hamburg", "Bürostuhl Berlin", etc.

6) Die Rolle von externem Traffic

Google liebt externe Links als Vertrauenssignal. Amazon ist skeptisch gegenüber externem Traffic – zumindest für SEO-Zwecke.

Amazon-Ranking-Faktoren:

  • Interne Amazon-Verkäufe
  • Organic Amazon-Traffic
  • Amazon PPC-Performance
  • Conversion-Rate innerhalb der Plattform

Google-Ranking-Faktoren:

  • Backlinks von relevanten Websites
  • Social Media Signals
  • Externe Erwähnungen
  • Traffic von verschiedenen Quellen

Trotzdem kann externer Traffic indirekt helfen: Mehr Verkäufe über externe Quellen können dein Amazon-Ranking verbessern, weil Amazon höhere Verkaufszahlen sieht.

Hier wird ActiveCampaign zum Game-Changer: Du kannst E-Mail-Marketing nutzen, um Traffic sowohl auf deine Website als auch auf Amazon zu lenken. Smart gesteuert über Automationen.

Hybride E-Mail-Strategie für Amazon und Google

So baust du eine E-Mail-Strategie auf, die beide Kanäle bedient:

  1. Segmentierung nach Kaufphase: Warme Leads zu Amazon, kalte Leads zur Website
  2. Produktbezogene E-Mails: Direkte Amazon-Links für einfache Produkte
  3. Beratungsintensive Produkte: Erst zur Website, dann zu Amazon
  4. Retargeting: Website-Besucher ohne Kauf zu Amazon-Listings

Das Ziel: Du nutzt E-Mail-Marketing, um den besten Kanal für jeden Kontakt zu wählen.

So entwickelst du deine hybride SEO-Strategie

Jetzt weißt du, warum Amazon SEO und Google SEO verschiedene Ansätze brauchen. Aber wie setzt du das um?

Schritt 1: Kanal-spezifische Keyword-Recherche

Mache separate Keyword-Listen für Amazon und Google. Nutze unterschiedliche Tools und achte auf die verschiedenen Suchintentionen.

Schritt 2: Content-Formate anpassen

Erstelle für jedes Produkt zwei Versionen:

  • Amazon: Kurz, verkaufsorientiert, keyword-dicht
  • Website/Google: Ausführlich, informativ, beratend

Schritt 3: Review-Strategie entwickeln

Baue systematisches Review-Management auf. ActiveCampaign kann dabei helfen, den Prozess zu automatisieren.

Schritt 4: Performance messen

Amazon und Google brauchen unterschiedliche KPIs:

  • Amazon: Conversion-Rate, ACoS, Organische Verkäufe
  • Google: Organic Traffic, SERP-Rankings, Backlinks

Das ändert sich für E-Commerce in 2024

Amazon wird immer kompetitiver. Die Zeiten, in denen man einfach Produkte hochladen und auf Traffic warten konnte, sind vorbei.

Was sich bewährt hat:

  • Professionelle Produktfotografie wird noch wichtiger
  • A+ Content (Enhanced Brand Content) für bessere Conversion
  • Systematische PPC-Kampagnen für Ranking-Push
  • Cross-Channel-Marketing über E-Mail und Social Media

Und das ist wichtig: Du kannst nicht mehr isoliert auf Amazon oder Google optimieren. Die erfolgreichsten E-Commerce-Unternehmen nutzen beide Kanäle strategisch.

Beispiel aus unserer Praxis: Ein Kunde startet neue Produkte immer zuerst über Google Ads und Website-Traffic. Sobald die ersten Verkäufe und Bewertungen da sind, verschiebt er den Fokus zu Amazon SEO.

Quickstart: Wenn du nur 2 Stunden Zeit hast

Du willst sofort anfangen? Das baust du zuerst:

  1. Amazon-Keyword-Liste: 20-30 kauforientierte Keywords für deine Top-Produkte
  2. Review-Automation: Einfache E-Mail-Sequenz in ActiveCampaign für Bewertungsanfragen
  3. Cross-Channel-Tracking: UTM-Parameter für Traffic von Website zu Amazon
  4. Competitive Analysis: Schaue dir die Top 3 Konkurrenten auf Amazon an

Das gibt dir eine solide Basis für beide Kanäle.

Amazon SEO ist ein eigenes Spiel mit eigenen Regeln. Wenn du das verstehst und beide Kanäle strategisch nutzt, hast du einen echten Wettbewerbsvorteil.

Wir haben das schon für über 170 E-Commerce-Projekte umgesetzt. Wenn du deine Amazon- und Google-SEO-Strategie mit ActiveCampaign verknüpfen willst: Melde dich bei uns unter advertal.de/start

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