ActiveCampaign-Formulare erfassen neue Kontakte, weisen ihnen Tags und Listen zu und starten automatisch eine Folgesequenz – alles ohne manuellen Eingriff. Der Formular-Builder bietet drei Anzeigetypen, einen visuellen Editor und eine direkte Integration in Automationen. Welcher Typ für welches Ziel passt und wie du das Setup aufbaust, erklärt dieser Guide.
Das Wichtigste in Kürze
- ActiveCampaign unterscheidet drei Formulartypen: Inline, Popup und Floating Bar – die Wahl hängt vom Seitenkontext ab, nicht von persönlicher Präferenz.
- Doppeltes Opt-in ist im DACH-Raum der empfohlene Standard, weil es die Einwilligung dokumentiert und fehlerhafte Adressen herausfiltert.
- Jedes Formular braucht eine Automation dahinter, sonst bleibt der Lead ohne Nachverfolgung.
- Tags und Listenzuordnung beim Absenden bestimmen, in welche Segmente ein Kontakt eingeordnet wird und welche Automationen ihn erreichen.
- Der CSS-Editor erlaubt vollständige Gestaltungsfreiheit; wer nur wenige Anpassungen braucht, kommt mit den visuellen Einstellungen aus.
Was der Formular-Builder in ActiveCampaign leistet
ActiveCampaign stellt für den Formular-Builder eine eigene Sektion bereit, die du über den Menüpunkt „Formulare” in der linken Navigation erreichst. Die Oberfläche gliedert sich in drei Bereiche: links die Feldauswahl, in der Mitte die Live-Vorschau und rechts die Einstellungen für das jeweils ausgewählte Element. Felder fügst du per Drag-and-drop hinzu; die Reihenfolge lässt sich jederzeit anpassen.
Neben dem visuellen Editor gibt es einen CSS-Editor, mit dem du jeden Aspekt des Designs überschreiben kannst. Er unterstützt Syntax-Highlighting und Code-Folding, was die Arbeit mit längeren Stylesheets übersichtlicher macht. Im Inspector Mode kannst du einzelne Formularelemente direkt anklicken und ihre CSS-Klassen einsehen – ähnlich wie in den Entwicklertools eines Browsers, nur auf das Formular beschränkt.
Für Schriftarten greift der Builder auf eine umfangreiche Auswahl zurück, sodass du die Typografie deines Formulars an das Corporate Design deiner Website anpassen kannst. Farben, Abstände, Button-Beschriftungen und Feldbezeichnungen sind allesamt über die Oberfläche einstellbar, ohne CSS-Kenntnisse zu benötigen. Wer mehr Kontrolle braucht, wechselt in den CSS-Editor und überschreibt einzelne Klassen gezielt.
Wie ein Formular Kontakte anlegt und aktualisiert
Wenn jemand ein Formular absendet, prüft ActiveCampaign zunächst, ob die E-Mail-Adresse bereits im Konto vorhanden ist. Ist das der Fall, werden die vorhandenen Kontaktdaten aktualisiert und neue Tags hinzugefügt – bestehende Tags bleiben erhalten. Ist die Adresse neu, legt das System einen Kontakteintrag an und ordnet ihn den festgelegten Listen zu. Das Absenden löst gleichzeitig alle Automationen aus, die dieses Formular als Trigger verwenden.
Dieses Verhalten hat praktische Konsequenzen: Wer ein Formular für ein Whitepaper aufsetzt, kann gezielt nur diejenigen Tag-Zuweisungen und Automationen auslösen, die für dieses Angebot relevant sind – ohne die restliche Automatisierungsstruktur des Kontos zu beeinflussen. Kontakte, die mehrfach über dasselbe Formular eingetragen werden, durchlaufen die zugehörige Automation standardmäßig nicht erneut; das lässt sich in den Automationseinstellungen bei Bedarf ändern.
Welche Felder der Builder bereitstellt
ActiveCampaign unterscheidet zwischen Standardfeldern und Custom Fields. Standardfelder – E-Mail, Vorname, Nachname, Telefon – sind in jedem Konto vorhanden. Custom Fields richtest du einmalig unter Kontakte > Felder verwalten ein und kannst sie dann in beliebigen Formularen verwenden. Das ermöglicht es, beim Eintragen formularspezifische Informationen zu erfassen, zum Beispiel die Unternehmensgröße bei einem B2B-Angebot oder das Interesse an einem bestimmten Thema bei einem Lead-Magneten. Alle Custom-Field-Daten stehen anschließend in der Automation und im CRM zur Verfügung.
Welcher Formulartyp für welches Ziel passt
ActiveCampaign stellt drei Anzeigetypen bereit. Die Wahl hat Auswirkungen darauf, wie der Formularcode in die Website eingebunden wird und wie Besucher mit dem Formular interagieren.
Typ | Einbindung | Typischer Einsatz | Worauf du achten musst |
|---|---|---|---|
Inline | JavaScript-Snippet oder iFrame in den Seitencode | Kontaktseite, Landingpage, Ende eines Blogartikels | Nur sichtbar, wenn der Besucher die Stelle der Seite erreicht; Platzierung entscheidet über Sichtbarkeit |
Popup | JavaScript-Snippet im Kopfbereich oder vor dem schließenden Body-Tag | Blog, Produktseiten – erscheint nach Zeitverzögerung oder beim Verlassen der Seite | Trigger-Zeitpunkt sorgfältig wählen; zu frühe Einblendung schadet der User Experience |
Floating Bar | JavaScript-Snippet, erscheint am oberen oder unteren Rand | Sitewide-Angebote, zeitlich begrenzte Kampagnen | Überlagert andere Seiteninhalte; auf kleinen Bildschirmen unbedingt testen |
Für die meisten B2B-Szenarien ist das Inline-Formular am Ende einer Seite mit klarem Angebot der zuverlässigste Einstieg. Popups können die Zahl der Eintragungen erhöhen, wenn sie dem Besucher einen echten Mehrwert anbieten und zum richtigen Zeitpunkt erscheinen; erzwungene Einblendungen unmittelbar nach dem Seitenaufruf erzeugen dagegen Ablehnung.
JavaScript-Snippet oder iFrame: Was besser funktioniert
ActiveCampaign erzeugt beim Export zwei Code-Varianten: einen JavaScript-Snippet und einen iFrame. Der JavaScript-Snippet lädt das Formular asynchron und fügt es direkt in das DOM der Seite ein; das Formular übernimmt dabei bestimmte Stile der umgebenden Seite. Der iFrame isoliert das Formular vollständig – eigene Styles gelten, die Stile der Seite haben keinen Einfluss.
In der Praxis ist der JavaScript-Snippet die flexiblere Lösung, weil du über CSS gezielt auf die Formularelemente zugreifen kannst. Der iFrame ist sinnvoll, wenn das Formular auf einer Plattform eingebunden wird, die du nicht vollständig kontrollierst, oder wenn CSS-Konflikte trotz mehrfacher Anpassungsversuche bestehen bleiben. Mehr dazu im Abschnitt zu typischen Fehlern weiter unten.
So richtest du ein Inline-Formular für ein Whitepaper-Angebot ein
Das folgende Beispiel zeigt den vollständigen Aufbau eines Formulars, das beim Absenden einen Kontakt anlegt, ihn einer Liste zuweist und eine Automation startet, die das Whitepaper per E-Mail ausliefert. Am Ende des Aufbaus hast du ein einsatzbereites Formular mit Double Opt-in und einer funktionierenden Folgesequenz.
- Navigiere in ActiveCampaign zu Formulare (linke Seitenleiste) und klicke auf „Formular erstellen”. Wähle den Typ „Inline-Formular” und vergib einen internen Namen, der den Zweck und die Kampagne bezeichnet – zum Beispiel „Whitepaper-Download Leadgenerierung Q3 2026”.
- Ziehe aus der Feldauswahl das Feld „E-Mail” in die Vorschau, anschließend „Vorname”. Markiere beide Felder als Pflichtfelder über das Zahnrad-Symbol rechts oben im jeweiligen Feldkasten.
- Füge über „Sonderfelder” ein Kontrollkästchen ein. Trage als Beschriftung eine DSGVO-konforme Einverständniserklärung ein (Formulierungshinweise findest du im Abschnitt zu DSGVO-Pflichten). Markiere auch dieses Feld als Pflichtfeld.
- Öffne in der oberen Leiste die Formularoptionen und wähle unter „Aktionen nach Absenden” die Liste aus, der neue Kontakte zugeordnet werden sollen. Vergib zusätzlich einen oder mehrere Tags – zum Beispiel „whitepaper-anfrage” und „leadquelle-website” – damit du in ActiveCampaign nachvollziehen kannst, woher Kontakte kommen.
- Stelle unter „Optionen” den Opt-in-Typ auf „Double Opt-in” und wähle die Bestätigungs-E-Mail aus, die du zuvor unter E-Mail-Kampagnen erstellt hast. ActiveCampaign sendet nach dem Absenden zunächst diese E-Mail; die Automation startet erst nach dem Klick auf den Bestätigungslink.
- Gestalte das Formular im visuellen Editor: Schriftart, Farben und Button-Text anpassen. Den Button-Text konkret formulieren – „Whitepaper herunterladen” statt „Absenden” – weil er das letzte ist, was ein Besucher liest, bevor er klickt.
- Klicke auf „Integrieren” und kopiere den JavaScript-Snippet. Füge ihn an der Stelle deiner Website ein, an der das Formular erscheinen soll – üblicherweise unmittelbar nach dem beschreibenden Text der Landingpage.
- Lege in ActiveCampaign eine neue Automation an: Automationen > Erstellen > Leer beginnen. Wähle als Startbedingung „Formular abgesendet” und wähle dein neues Formular aus. Füge als erste Aktion eine E-Mail hinzu, die das Whitepaper als Link ausliefert. Aktiviere die Automation, bevor du das Formular live schaltest.
Teste das Formular mit einer eigenen E-Mail-Adresse, die noch nicht im System ist. Prüfe, ob die Bestätigungs-E-Mail ankommt, ob der Bestätigungsklick den Kontakt korrekt aktiviert und ob die Automation ausgelöst wird. Ein Test mit einer bereits vorhandenen Adresse zeigt, ob das System bestehende Kontakte korrekt behandelt.
Double Opt-in und DSGVO-Pflichten richtig umsetzen
Im DACH-Raum gilt für E-Mail-Marketing die Pflicht zur vorherigen ausdrücklichen Einwilligung der Empfänger. § 7 Abs. 2 Nr. 3 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) verbietet Werbung per elektronischer Post ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten. Die Einwilligung muss nachweisbar sein. Das Double-Opt-in-Verfahren erfüllt diese Anforderung, weil es dokumentiert, dass die angegebene Adresse erreichbar ist und die Bestätigung aktiv erfolgt ist. Rechtlich ist das Verfahren in Deutschland nicht zwingend vorgeschrieben, in der Praxis aber der Standard, weil es die Beweislast bei Beschwerden deutlich vereinfacht.
Für die datenschutzrechtliche Seite ist Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO die Rechtsgrundlage: Die Verarbeitung der E-Mail-Adresse ist zulässig, wenn die betroffene Person eingewilligt hat. Diese Einwilligung muss freiwillig, spezifisch, informiert und unmissverständlich sein (Art. 7 DSGVO). Ein vorausgefülltes Kontrollkästchen oder eine Formulierung wie „Durch das Absenden erklärst du dich einverstanden” genügt diesen Anforderungen nicht.
Was die Einverständniserklärung enthalten muss
Die Checkbox-Beschriftung muss mindestens drei Elemente enthalten: den konkreten Zweck der Datenverarbeitung, einen Hinweis auf das Widerrufsrecht und einen Link zur Datenschutzerklärung. Formuliere klar und ohne Rechtsfloskeln:
„Ich bin damit einverstanden, dass meine E-Mail-Adresse gespeichert und für den Versand des wöchentlichen Newsletters genutzt wird. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen. Weitere Informationen in der Datenschutzerklärung.”
Vermeide es, die Einwilligung zum Newsletter mit anderen Leistungen zu koppeln. Wer den Whitepaper-Download nur erhält, wenn er gleichzeitig den Newsletter abonniert, verstößt gegen Art. 7 Abs. 4 DSGVO (Kopplungsverbot). Biete den Download entweder ohne Newsletter-Pflicht an, oder kommuniziere klar, dass beides eigenständige Leistungen sind, und mache das Newsletter-Häkchen optional.
Wie ActiveCampaign die Einwilligung protokolliert
ActiveCampaign protokolliert zu jedem Kontakt das Datum und die Uhrzeit der Einwilligung sowie die IP-Adresse des Formularabsenders. Diese Daten findest du im Kontaktprofil unter dem Reiter „Aktivitäten”. Wenn das Double Opt-in aktiv ist, erfasst ActiveCampaign zusätzlich den Zeitpunkt der Bestätigung und welche Bestätigungs-E-Mail gesendet wurde – das sind die Angaben, die bei einer datenschutzrechtlichen Anfrage oder Beschwerde relevant werden können.
Wer ActiveCampaign mit externen Formularbaukästen verbindet (Elementor, Typeform, Gravity Forms), muss sicherstellen, dass die Einwilligungsdaten auch dort gespeichert werden – ActiveCampaign protokolliert nur, was über seinen eigenen Formular-Builder oder die API übermittelt wird. Wie du eine vollständige Double-Opt-in-Strecke in ActiveCampaign aufbaust, beschreibt der Leitfaden zum Double Opt-in in ActiveCampaign im Detail.
Formulare und Automationen: Wie die Verbindung funktioniert
Ein Formular ist in ActiveCampaign immer der Einstiegspunkt, nicht das Ziel. Die eigentliche Arbeit übernimmt die Automation, die durch den Absendvorgang ausgelöst wird. Zwischen Formular und Automation stehen zwei Konfigurationspunkte: die Listenzuordnung und die Tag-Vergabe. Beide bestimmen, welche Automationen einen Kontakt erreichen und mit welchen Inhalten.
Tags als Steuerungsinstrument für Automationen
Tags trennen in ActiveCampaign, welche Automationen welche Kontakte ansprechen. Wenn du einem Formular den Tag „whitepaper-cto-guide” vergibst, kannst du Automationen so konfigurieren, dass sie nur Kontakte mit genau diesem Tag ansprechen. Das hält die Automatisierungsstruktur skalierbar: Du kannst jederzeit neue Formulare mit neuen Tags aufsetzen, ohne bestehende Automationen umbauen zu müssen.
Bewährt hat sich ein einheitliches Tag-Schema, das den Ursprung und den Anlass des Kontakts codiert. Ein möglicher Aufbau: Präfix für die Quelle (zum Beispiel „formular-”), gefolgt vom Kampagnenkürzel und dem Angebot. So ist im Kontaktprofil auf einen Blick erkennbar, über welches Formular jemand eingetragen wurde, ohne in den Formular-Einstellungen nachsehen zu müssen.
Eine Welcome-Automation sinnvoll aufbauen
Die erste Automation nach einem Formularabsenden hat zwei Aufgaben: den versprochenen Inhalt ausliefern und den Kontakt qualifizieren. Für ein Whitepaper-Angebot sieht ein funktionaler Minimalaufbau so aus:
- Trigger: „Formular abgesendet” – das spezifische Formular auswählen, nicht „beliebiges Formular”.
- Wartezeit: keine – die erste E-Mail mit dem Whitepaper-Link geht sofort raus.
- E-Mail 1: Auslieferung des Whitepapers als Download-Link, kurze Erwartungsformel für die Folge-E-Mails.
- Wartezeit: 3 Tage.
- E-Mail 2: Vertiefende Ressource oder konkrete Frage zum Thema des Whitepapers – Inhalt, kein Verkaufsdruck.
- Bedingung prüfen: Hat der Kontakt E-Mail 2 geöffnet? Wenn ja, Tag „engagement-hoch” vergeben und in die nächste Sequenz einlaufen lassen.
- Wartezeit: 4 Tage.
- E-Mail 3: Fallbeispiel oder Anwendungshinweis zum Thema des Whitepapers, Link zu einer relevanten Seite.
Ob mehr Schritte sinnvoll sind, zeigt das Engagement in den ersten Wochen: Wer E-Mail 2 öffnet und klickt, interessiert sich für Weiteres; wer nach E-Mail 3 keine Reaktion zeigt, ist durch weitere E-Mails in dieser Sequenz kaum noch zu erreichen. Das ist keine Niederlage – es ist die Information, die du für eine sauberere Segmentierung brauchst.
Wann bestehende Kontakte einen neuen Trigger erhalten
ActiveCampaign löst den Formular-Trigger nicht erneut aus, wenn ein Kontakt bereits existiert und die Automation bereits einmal durchlaufen hat – es sei denn, du erlaubst in den Automationseinstellungen, dass Kontakte mehrfach eintreten dürfen. Das ist selten sinnvoll. Wenn du bestehende Kontakte mit einem neuen Angebot ansprechen willst, ist eine separate Automation mit dem Trigger „Tag wird hinzugefügt” die sauberere Lösung: Du vergibst den neuen Tag manuell oder über eine andere Automation und löst damit gezielt eine neue Sequenz aus.
Was Formulare schwächer macht als nötig
Die häufigsten Probleme bei ActiveCampaign-Formularen entstehen nicht durch falsche Einstellungen, sondern durch Entscheidungen, die noch vor dem Öffnen des Builders fallen: zu viele Pflichtfelder, ein unklares Angebot oder eine Automation, die erst nach dem Live-Schalten der Formulare konfiguriert wird.
Zu viele Pflichtfelder verhindern das Absenden
Jedes zusätzliche Pflichtfeld erhöht den Aufwand für den Besucher und senkt die Bereitschaft, das Formular abzuschließen. Die Faustregel: Frage beim ersten Kontakt nur ab, was du für die unmittelbare Folgesequenz tatsächlich brauchst. E-Mail-Adresse und Vorname reichen für eine personalisierte Welcome-Sequenz aus. Telefonnummer, Unternehmensgröße und Berufsbezeichnung sind sinnvoll, wenn du einen Vertriebsprozess anschließt – aber nicht als Hürde vor dem ersten Kontakt.
Weitere Daten lassen sich später über Progressive Profiling ergänzen: Du fragst beim zweiten oder dritten Kontaktpunkt eine weitere Information ab, weil der Kontakt zu dem Zeitpunkt bereits Vertrauen aufgebaut hat. ActiveCampaign unterstützt das über Custom Fields, die in Folgeformularen oder per Integration befüllt werden.
Button-Text, der nicht das Ergebnis benennt
Der Text auf dem Absende-Button ist das letzte, was ein Besucher sieht, bevor er klickt. „Absenden” oder „Bestätigen” beschreibt den Vorgang, nicht den Nutzen. Wer einen Whitepaper-Download anbietet, schreibt „Whitepaper herunterladen”; wer zu einem Webinar einlädt, schreibt „Platz sichern”; wer einen Beratungstermin anbietet, schreibt „Termin anfragen”. Der Button-Text ist eine direkte Verlängerung des Angebots und sollte genau das widerspiegeln, was der Besucher als nächstes erwartet.
Automation erst nach dem Formular-Setup konfigurieren
Ein häufiger Arbeitsablauf: Formular fertigstellen, einbinden, live schalten – und dann die Automation dazu bauen. Das Problem: Zwischen dem ersten echten Eintrag und dem Moment, an dem die Automation aktiv ist, gibt es eine Lücke. Wer in diesem Zeitfenster einträgt, erhält keine Willkommens-E-Mail und kein versprochenes Material. Baue die Automation deshalb im Entwurf fertig, bevor du das Formular live schaltest, und aktiviere beides gleichzeitig.
Fehlende mobile Prüfung nach Stilanpassungen
CSS-Anpassungen, die auf dem Desktop gut aussehen, können auf Mobilgeräten das Layout brechen – besonders bei Pflichtfeld-Markierungen, mehrspaltigem Layout oder angepassten Eingabefeldhöhen. ActiveCampaign bietet im Formular-Builder eine Vorschau für verschiedene Bildschirmbreiten, aber die zuverlässigste Prüfung ist das Testen auf echten Geräten. Besonders wichtig: Der Absende-Button muss auf Touchscreens gut erreichbar sein und darf nicht durch feste Browser-Navigationsleisten am unteren Bildschirmrand überlagert werden.
Einwilligungstext, der nicht zum Formular-Angebot passt
Ein generischer Einwilligungstext – „Ich stimme der Verarbeitung meiner Daten zu” – ist nicht spezifisch genug im Sinne von Art. 7 DSGVO. Der Text muss benennen, wofür die Einwilligung erteilt wird: Newsletter, Whitepaper-Download, Beratungsanfrage. Wer denselben Checkbox-Text in zehn verschiedenen Formularen verwendet, riskiert, dass die Einwilligung bei einer rechtlichen Prüfung nicht als ausreichend spezifisch gewertet wird. Der Text ist schnell angepasst und lohnt die zwei Minuten.
Häufige Fragen
Kann ich ein ActiveCampaign-Formular auf mehreren Websites einbinden?
Ja. Das JavaScript-Snippet und der iFrame-Code eines ActiveCampaign-Formulars funktionieren auf beliebig vielen Websites. Du kannst denselben Formularcode auf einer Haupt-Domain und einer Subdomain verwenden. Sinnvoller ist es häufig, pro Website oder Kampagne ein eigenes Formular anzulegen und unterschiedliche Tags zu vergeben, damit du in ActiveCampaign nachvollziehen kannst, woher ein Kontakt kommt.
Was passiert, wenn jemand ein Formular absendet, der bereits im System ist?
ActiveCampaign gleicht die E-Mail-Adresse mit dem vorhandenen Kontaktbestand ab. Ist die Adresse bereits vorhanden, werden neue Tags und Listeneinträge ergänzt – bestehende Tags bleiben unverändert. Die zugehörige Automation wird nur ausgelöst, wenn die Automation-Einstellung „Kontakt kann mehrfach eintreten” aktiv ist. Standardmäßig ist das nicht der Fall; die Automation läuft dann für diesen Kontakt nicht erneut durch.
Muss ich für jedes Formular eine eigene Double-Opt-in-E-Mail erstellen?
Nicht zwingend. Du kannst in ActiveCampaign eine Bestätigungs-E-Mail erstellen und sie mehreren Formularen zuweisen. Wenn sich das Angebot unterscheidet – zum Beispiel Newsletter gegenüber einem Whitepaper-Download – ist eine angepasste Bestätigungs-E-Mail empfehlenswert, damit der Betreff der E-Mail zum Kontext der Anmeldung passt. Ein generischer Betreff wie „Bitte bestätige deine Anmeldung” kann unabhängig vom Angebot verwendet werden, wenn du den Betreff als neutral empfindest.
Kann ich die Formularfelder auf Deutsch anzeigen, auch wenn das ActiveCampaign-Konto auf Englisch eingestellt ist?
Ja. Die Beschriftungen der Formularfelder – Platzhaltertexte, Feldbezeichnungen, Button-Text und Fehlermeldungen – kannst du im Formular-Editor frei eingeben, unabhängig von der Kontosprache. Die automatisch generierten Fehlermeldungen von ActiveCampaign (zum Beispiel „This field is required”) folgen der Kontosprache und lassen sich nicht direkt im Builder auf Deutsch umstellen; du kannst sie aber über eigenes JavaScript im Einbettungscode überschreiben.
Wie vermeide ich, dass das Formular-Styling mit dem Theme meiner Website kollidiert?
ActiveCampaign-Formulare laden eigene Stylesheets, die manchmal mit globalen CSS-Regeln einer Website in Konflikt geraten. Die zuverlässigste Lösung ist der iFrame-Einbettungscode, der das Formular vollständig isoliert. Wer den JavaScript-Snippet bevorzugt, kann Konflikte mit spezifischeren CSS-Selektoren auflösen: ActiveCampaign-Formularelemente tragen bekannte Klassen, auf die du gezielt zugreifen kannst, ohne globale Stile zu verändern. Im CSS-Editor des Builders siehst du die Klassen über den Inspector Mode.
Was ist der Unterschied zwischen einer Formular-Aktion und einem Automation-Trigger?
Formular-Aktionen laufen direkt nach dem Absenden: Liste zuweisen, Tag vergeben, Kontaktfeld befüllen. Sie greifen immer und unabhängig davon, ob eine Automation vorhanden ist. Der Automation-Trigger „Formular abgesendet” startet eine Automation, die dann zeitgesteuerte E-Mails, Bedingungen und weitere Schritte enthält. Beide Mechanismen ergänzen sich: Die Formular-Aktionen sorgen für die sofortige Datenpflege, die Automation übernimmt die Kommunikation.
Wer Formulare in ActiveCampaign als eigenständige Bausteine betrachtet – mit eigenem Tag-Schema, einer fertigen Automation und geprüftem Double Opt-in – schafft eine saubere Datenbasis, aus der Segmentierung und weiterführende Automationen heraus gebaut werden können. Der nächste logische Schritt ist die Verknüpfung der Formular-Strategie mit der gesamten Automatisierungsstruktur, die der ActiveCampaign-Kurs von Advertal von der Formulareinbindung bis zur Segmentierung zeigt.


