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Wenn du mit ActiveCampaign erfolgreich E-Mail-Marketing betreiben willst, führt kein Weg an professionellen Formularen vorbei. Sie sind der erste Kontaktpunkt zu deinen potenziellen Kunden – und entscheiden oft darüber, ob aus einem Besucher ein qualifizierter Lead wird.

In den letzten anderthalb Jahren haben wir bei Advertal über 170 ActiveCampaign-Projekte begleitet. Dabei haben wir gesehen: Die meisten Unternehmen verschenken enormes Potenzial, weil sie ihre Formulare nicht strategisch aufsetzen.

Hier ist der komplette Leitfaden, mit dem du ActiveCampaign Formulare erstellst, die wirklich konvertieren.

1) Die richtige Formular-Strategie: Mehr als nur "Name und E-Mail"

Bevor du dein erstes Formular erstellst, solltest du dir über deine Ziele im Klaren sein. ActiveCampaign bietet verschiedene Formular-Aktionen, die jeweils unterschiedliche Zwecke erfüllen:

  • Liste abonnieren: Standardmäßig für Newsletter-Anmeldungen und Lead-Generierung
  • SMS-Liste abonnieren: Für direktere Kommunikation (besonders im B2C-Bereich)
  • Tag hinzufügen: Für Segmentierung und Automation-Trigger
  • Deal erstellen: Direkter Einstieg in deine Sales-Pipeline
  • Ergebnisse per E-Mail: Benachrichtigungen für dein Team

Der Clou: Du kannst mehrere Aktionen pro Formular kombinieren. Ein Kontakt kann gleichzeitig eine Liste abonnieren UND einen Deal erstellen UND ein spezifisches Tag erhalten.

Praxis-Tipp aus unseren Projekten: Nutze Tags konsequent für die Segmentierung. Statt nur "Newsletter abonniert" kannst du gleichzeitig Tags wie "Interesse: Webinare" oder "Quelle: Blog" setzen. Das ermöglicht dir später präzisere Automationen.

2) Formular-Typen strategisch einsetzen: Wann welcher Typ funktioniert

ActiveCampaign bietet verschiedene Formular-Typen. Hier ist, wann du welchen einsetzt:

Inline-Formulare: Der Allrounder

Inline-Formulare werden direkt in deine Website eingebettet und bieten die meisten Anpassungsmöglichkeiten:

  • Kontaktfelder: Name, E-Mail, Telefon, Custom Fields
  • Account-Felder: Firmenname, Website, Branche (ideal für B2B)
  • Custom Object-Felder: Spezielle Datenstrukturen für komplexe Anwendungsfälle

Einsatz-Empfehlung: Landing Pages, Über-uns-Seiten, Footer-Bereiche

Modal-Formulare: Aufmerksamkeit garantiert

Diese Formulare erscheinen als Pop-up über dem Seiteninhalt. Sie sind aufdringlich – aber genau deshalb effektiv.

Wichtig für den DACH-Markt: Deutsche Nutzer sind Pop-ups gegenüber skeptischer als US-amerikanische. Setze sie gezielt ein und biete echten Mehrwert (z.B. exklusiven Content).

Floating Box und Floating Bar: Dezent aber präsent

Diese Formulare erscheinen in der Ecke oder am Rand der Website. Weniger aufdringlich als Modals, aber immer sichtbar.

Conversion-Tipp: Nutze Exit-Intent-Trigger für Modal-Formulare. Wenn ein Besucher deine Seite verlassen will, ist das der perfekte Zeitpunkt für ein letztes Angebot.

3) Felder strategisch auswählen: Weniger ist oft mehr

Die goldene Regel bei Formularen: Jedes zusätzliche Feld reduziert die Conversion-Rate. Trotzdem brauchst du genug Informationen für effektive Segmentierung.

Die Mindestanforderung

ActiveCampaign benötigt entweder eine E-Mail-Adresse ODER eine Telefonnummer, um einen Kontakt zu erstellen. In der DACH-Region empfehlen wir:

  • E-Mail-Adresse: Immer pflicht
  • Vorname: Für Personalisierung in E-Mails
  • Telefon: Nur wenn wirklich benötigt (reduziert Conversions)

B2B-Formulare: Mehr Felder, höhere Qualifizierung

Bei B2B-Anwendungen kannst du mehr Felder rechtfertigen:

  • Firmenname
  • Position/Rolle
  • Unternehmensgröße
  • Branche

Praxis-Framework: Nutze progressive Profiling. Sammle beim ersten Kontakt nur E-Mail und Name. Bei späteren Interaktionen (Downloads, Webinar-Anmeldungen) fragst du weitere Details ab.

4) DSGVO-konforme Formulare: Was du beachten musst

Im DACH-Raum ist DSGVO-Compliance nicht optional. Hier die wichtigsten Punkte für ActiveCampaign-Formulare:

Double Opt-in ist Standard

ActiveCampaign aktiviert Double Opt-in standardmäßig – das ist gut für die DSGVO-Compliance. Der Kontakt muss seine Anmeldung über eine Bestätigungs-E-Mail verifizieren.

Einverständniserklärung einbauen

Füge eine Checkbox mit folgendem Text hinzu:

"Ich stimme zu, dass meine Daten zur Bearbeitung meiner Anfrage gespeichert werden. Hinweis: Du kannst deine Einwilligung jederzeit für die Zukunft per E-Mail an [E-Mail] widerrufen."

SMS-Marketing: Besonders streng

Wenn du SMS-Marketing nutzt, ist die Einverständniserklärung noch wichtiger. ActiveCampaign zeigt automatisch eine SMS-Consent-Message an, wenn du "Subscribe to SMS list" wählst.

Rechtlicher Hinweis: Wir sind keine Rechtsanwälte. Lass deine DSGVO-Compliance von einem Anwalt prüfen, besonders wenn du personenbezogene Daten verarbeitest.

5) Formular-Design: Conversion durch klare Gestaltung

ActiveCampaign bietet umfangreiche Design-Optionen. Hier sind die wichtigsten Principles:

Klarheit vor Kreativität

  • Kontraststarke Call-to-Action-Buttons: Orange oder Grün funktionieren oft besser als Blau
  • Klare Feldbezeichnungen: "E-Mail-Adresse" statt nur "E-Mail"
  • Logische Feldreihenfolge: Name, dann E-Mail, dann weitere Felder

Mobile Optimierung

Über 60% der Formular-Ausfüllungen passieren auf Mobilgeräten. Achte darauf:

  • Große, finger-freundliche Eingabefelder
  • Kurze Labels, die nicht abgeschnitten werden
  • Single-Column-Layout auf kleinen Bildschirmen

ActiveCampaign-Branding entfernen

Mit kostenpflichtigen Plänen kannst du das "Powered by ActiveCampaign"-Branding entfernen. Das wirkt professioneller und lenkt nicht vom eigentlichen CTA ab.

6) Nach dem Absenden: Thank-You-Pages strategisch nutzen

Was nach dem Formular-Submit passiert, ist genauso wichtig wie das Formular selbst.

Standard Thank-You-Message

Die einfachste Option: Eine Dankes-Nachricht direkt im Formular. Nutze sie für:

  • Bestätigung der Anmeldung
  • Hinweis auf die Bestätigungs-E-Mail
  • Nächste Schritte kommunizieren

Beispiel: "Danke für deine Anmeldung! Du erhältst gleich eine E-Mail zur Bestätigung. Schau auch in deinen Spam-Ordner."

Weiterleitung zu eigener Seite

Professioneller: Leite zu einer dedizierten Thank-You-Page weiter. Vorteile:

  • Tracking-Möglichkeiten (Google Analytics, Facebook Pixel)
  • Weitere Angebote platzieren
  • Social-Media-Integration
  • Download-Links für Lead-Magnete

7) Integration und Veröffentlichung: Technische Umsetzung

ActiveCampaign bietet verschiedene Möglichkeiten, deine Formulare zu veröffentlichen:

Embed-Codes: Simple vs. Full

Simple Embed Code (JavaScript):

  • Automatische Updates bei Änderungen
  • Kleinere Code-Größe
  • Abhängig von JavaScript

Full Embed Code (HTML/CSS):

  • Funktioniert ohne JavaScript
  • Keine automatischen Updates
  • Bessere Performance

Unsere Empfehlung: Simple Embed für die meisten Anwendungsfälle. Full Embed nur bei spezifischen Performance-Anforderungen.

WordPress-Integration

Mit dem offiziellen ActiveCampaign-Plugin für WordPress kannst du Formulare direkt im Backend verwalten. Das ist besonders praktisch bei mehreren Formularen.

Facebook-Integration

Du kannst ActiveCampaign-Formulare direkt auf deiner Facebook-Seite einbetten. Das ist ideal für Social-Media-Kampagnen, funktioniert aber nur bei Inline-Formularen.

8) Automation mit Formularen: Der nächste Level

Formulare sind der Startpunkt für ActiveCampaign-Automationen. Hier wird es richtig mächtig:

Trigger-basierte Automationen

Jede Formular-Aktion kann eine Automation auslösen:

  • "Submits a form" Trigger: Startet, wenn ein spezifisches Formular ausgefüllt wird
  • "Subscribes to list" Trigger: Startet bei jeder neuen Anmeldung zu einer Liste
  • "Tag added" Trigger: Startet, wenn ein spezifisches Tag hinzugefügt wird

Segmentierung durch Tags

Nutze verschiedene Formulare für verschiedene Inhalte und setze jeweils spezifische Tags:

  • Webinar-Anmeldung → Tag: "Interest_Webinars"
  • E-Book-Download → Tag: "Downloaded_Ebook_SEO"
  • Newsletter-Anmeldung → Tag: "Source_Website_Newsletter"

So kannst du später sehr zielgerichtete E-Mail-Kampagnen versenden.

9) Erweiterte Funktionen: Custom Objects und Account-Felder

Inline-Formulare bieten erweiterte Möglichkeiten, die besonders für B2B-Unternehmen interessant sind:

Account-Felder für B2B-CRM

Sammle nicht nur Kontakt-, sondern auch Unternehmensdaten:

  • Firmenname
  • Website
  • Anzahl Mitarbeiter
  • Jahresumsatz

Diese Daten landen automatisch im ActiveCampaign CRM und helfen bei der Lead-Qualifizierung.

Custom Objects: Für komplexe Datenstrukturen

Custom Objects sind ActiveCampaigns Antwort auf komplexe Datenmodelle. Beispiel: Ein Software-Unternehmen könnte Custom Objects für "Projekte" erstellen und diese mit Kontakten verknüpfen.

Wichtiger Hinweis: Custom Objects sind nur in höheren ActiveCampaign-Plänen verfügbar und können komplex werden. Überlege genau, ob du sie wirklich brauchst.

10) Performance messen und optimieren

Ein Formular ist nur so gut wie seine Conversion-Rate. Hier ist, wie du deine Formulare kontinuierlich verbesserst:

Wichtige Metriken

  • Conversion-Rate: Wie viele Besucher füllen das Formular aus?
  • Abbruchrate: An welchem Feld brechen Nutzer ab?
  • Qualität der Leads: Werden aus Formular-Kontakten Kunden?

A/B-Testing für Formulare

Teste verschiedene Varianten:

  • Anzahl der Felder
  • Button-Farbe und -Text
  • Positionierung auf der Seite
  • Incentives (E-Books, Rabatte, etc.)

Praxis-Tipp: Ändere immer nur EINEN Parameter pro Test. Sonst weißt du nicht, was den Unterschied gemacht hat.

Quickstart: Dein erstes ActiveCampaign-Formular in 15 Minuten

Wenn du nur wenig Zeit hast, bau zuerst das:

  1. Gehe zu Website > Forms und klicke "Start from scratch"
  2. Wähle "Inline" als Formular-Typ
  3. Action: "Subscribe to a list" mit deiner Haupt-E-Mail-Liste
  4. Felder: Nur E-Mail-Adresse und Vorname
  5. Design: Nutze die Standardfarben, pass nur den Button-Text an
  6. DSGVO-Checkbox: Füge eine hinzu mit rechtlich korrektem Text
  7. Thank-You-Message: Kurz und präzise
  8. Integration: Simple Embed Code kopieren und auf deiner Website einfügen

Das ist deine Basis. Von hier aus kannst du erweitern und optimieren.

Fazit: Formulare als Fundament deines Marketing-Erfolgs

ActiveCampaign-Formulare sind weit mehr als nur "E-Mail sammeln". Sie sind der erste Schritt in deiner Customer Journey und entscheiden darüber, wie gut du deine Zielgruppe segmentieren und automatisiert ansprechen kannst.

Die wichtigsten Takeaways:

  • Starte einfach, optimiere kontinuierlich
  • Weniger Felder = höhere Conversion-Rate
  • Tags für Segmentierung sind Gold wert
  • DSGVO-Compliance ist Pflicht, nicht optional
  • Nutze Formulare als Automation-Trigger

Wenn du ActiveCampaign-Formulare strategisch aufbaust und mit durchdachten Automationen kombinierst, hast du ein System, das dir kontinuierlich qualifizierte Leads liefert – und diese automatisch zu Kunden entwickelt.

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