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Wenn du ActiveCampaign nutzt, läuft dein Account vermutlich nicht mit 100% Effizienz. Ehrlich gesagt: Die meisten Accounts, die wir bei Advertal übernehmen, schaffen nicht mal 60%.

Das frustriert mich. Weil ActiveCampaign ein mächtiges Tool ist – aber nur, wenn du es richtig einsetzt.

Nach über 170 begleiteten ActiveCampaign-Projekten im DACH-Raum haben wir die immer gleichen Fehler gesehen. Fehler, die Conversion kosten, Zeit verschwenden und dich davon abhalten, das volle Potenzial deiner Marketing-Automation auszuschöpfen.

Heute räumen wir auf. Hier sind die 10 häufigsten ActiveCampaign-Fehler – und wie du sie behebst.

1) Das Listen-Chaos: Warum eine Liste meist reicht

Der größte Fehler, den wir sehen: Unternehmen erstellen für alles separate Listen. Eine für Newsletter-Abonnenten, eine für Webinar-Teilnehmer, eine für Kunden, eine für Interessenten.

Das war früher richtig. Bei alten E-Mail-Tools waren Listen das einzige Segmentierungsmittel.

Heute ist das der direkte Weg ins Chaos.

ActiveCampaign funktioniert anders. Listen beantworten nur eine Frage: "Darf ich diesem Kontakt E-Mails senden?" Für die Segmentierung nutzt du Tags, Custom Fields und Automationen.

Die meisten ActiveCampaign-Accounts brauchen nur eine einzige Liste.

Wann brauchst du wirklich mehrere Listen?

  • Du führst mehrere Unternehmen über denselben ActiveCampaign-Account
  • Du hast verschiedene E-Mail-Typen, von denen sich Kontakte separat ab-/anmelden können sollen (z. B. Newsletter UND Event-Updates)
  • Du musst aus rechtlichen Gründen bestimmte Kontaktgruppen strikt trennen

Wenn keiner dieser Punkte zutrifft: Nutze eine Master-Liste und arbeite mit Tags.

2) Integration nur über Listen: Der teure Umweg

Viele Tools haben keine saubere ActiveCampaign-Integration. Sie können Kontakte nur in Listen eintragen – nicht taggen oder Custom Fields setzen.

Das führt zu diesem Szenario:

Du hast fünf Lead-Magnets auf verschiedenen Landing Pages. Jeder überträgt Kontakte nur in eine separate Liste. Ergebnis: Statt einer hast du plötzlich sechs Listen. Und verlierst komplett den Überblick.

Die Lösung: Liste + Tag-Methode

Auch bei schwachen Integrationen kannst du oft zusätzlich Tags vergeben. Alle Kontakte landen in deiner Master-Liste, aber bekommen unterschiedliche Tags je nach Herkunft.

Eine Liste, fünf Tags. Sauber organisiert.

3) Fehlende Dokumentation: Der Killer für skalierbare Systeme

Am Anfang ist alles einfach. Du baust schnell eine Automation, setzt ein paar Tags, fertig.

Sechs Monate später:

  • Du findest deine eigenen Tags nicht mehr
  • Automationen überschneiden sich
  • Neue Mitarbeiter verstehen nichts
  • Du verbringst mehr Zeit mit Suchen als mit Optimieren

Hier geht es um Systematik von Tag 1 an.

Dokumentiere kontinuierlich in Spreadsheets oder Tools wie Notion:

  • Tag-Struktur und deren Bedeutung
  • Automation-Logik und Abhängigkeiten
  • Custom Fields und deren Verwendung
  • Segmentierungsregeln

Wir haben über 170 ActiveCampaign-Projekte gesehen. Die Accounts mit sauberer Dokumentation kannst du an einer Hand abzählen. Aber genau die skalieren am besten.

4) E-Mail-Builder ohne System: Zeit verschwendet

ActiveCampaigns E-Mail-Builder ist fantastisch. Flexibel, modern, mächtig.

Aber die meisten nutzen ihn ineffizient.

Sie erstellen jede E-Mail von Grund auf neu. Kopieren wild zwischen verschiedenen Templates. Und verschwenden Stunden mit Design-Details, die niemand bemerkt.

Hier ist der bessere Weg:

  • Erstelle 2-3 Master-Templates für verschiedene E-Mail-Typen
  • Nutze wiederkehrende Sections und speichere sie als Blöcke
  • Definiere eine einheitliche Farb- und Font-Palette
  • Verwende konsistente Abstände und Strukturen

Das reduziert die Zeit für E-Mail-Design um 70%. Und sorgt für eine professionelle, wiedererkennbare Optik.

5) Chaotische Benennung: Alphabetische Katastrophe

ActiveCampaign sortiert alles alphabetisch. Tags, Automationen, Custom Fields – alles.

Wenn du deine Elemente unsystematisch benennst, wird die Navigation zum Alptraum.

Beispiel aus der Praxis:

Du trackst drei Lead-Quellen über Tags. Was ist besser?

  • "QUELLE: Google", "QUELLE: Facebook", "QUELLE: Empfehlung"
  • ODER: "Google Lead", "Facebook Lead", "Empfehlung Lead"

Die erste Variante gruppiert alle Quellen-Tags zusammen. Die zweite verstreut sie über deine gesamte Tag-Liste.

Bewährte Naming Conventions:

  • Tags: "KATEGORIE: Spezifikation" (z. B. "STATUS: Kunde", "INTERESSE: Webinar")
  • Automationen: "01 - Funnel-Name" für Nummerierung
  • Custom Fields: "cf_beschreibung" als Präfix

Das sorgt für Übersicht und macht dein System skalierbar.

6) E-Mail-Authentifizierung ignoriert: Der Deliverability-Killer

80% der Unternehmen ignorieren die E-Mail-Authentifizierung komplett. Dabei dauert das Setup nur fünf Minuten.

Ohne DKIM, SPF und DMARC verschenkst du Deliverability.

Diese Technologien verifizieren, dass deine E-Mails wirklich von dir kommen. Sie schützen vor Spam und Phishing – und sorgen dafür, dass deine E-Mails im Posteingang landen, nicht im Spam-Ordner.

Besonders im DACH-Raum ist das kritisch. Deutsche E-Mail-Provider sind streng bei der Spam-Filterung.

So gehst du vor:

  1. Gehe in ActiveCampaign zu "Settings" → "Advanced"
  2. Folge der Schritt-für-Schritt-Anleitung für DNS-Einträge
  3. Erstelle die Einträge bei deinem Domain-Provider
  4. Warte auf die Verifizierung (1-24 Stunden)

Das Investment: 5 Minuten. Der Effekt: Deutlich bessere Zustellraten und eine stärkere Domain-Reputation.

7) Segmentierung nach Bauchgefühl: Der Unterschied zwischen Marketer und Spammer

Was unterscheidet E-Mail-Marketing von Spam?

Relevanz durch Segmentierung.

Spammer senden so viele E-Mails wie möglich an so viele Menschen wie möglich. Marketer senden die richtige Anzahl E-Mails an die richtigen Menschen zur richtigen Zeit.

Aber viele ActiveCampaign-Nutzer segmentieren nach Bauchgefühl. "Männer vs. Frauen" oder "Leads vs. Kunden" – das war's.

Echte Segmentierung geht tiefer:

  • Engagement-Level (Aktive vs. passive Abonnenten)
  • Kaufhistorie und -verhalten
  • Content-Interessen (welche E-Mails werden geklickt?)
  • Funnel-Position (Awareness vs. Consideration vs. Decision)
  • Demografie UND Psychografie
  • Geografie (besonders relevant für DACH-weite Kampagnen)

Die drei Kern-Fragen für deine Segmentierungsstrategie:

  1. Welche Segmente sind für mein Business am wertvollsten?
  2. Was kommuniziere ich jedem Segment, und wann?
  3. Wie sammle ich die nötigen Daten für diese Segmentierung?

8) Reporting ohne Setup: Daten-Chaos vorprogrammiert

ActiveCampaigns größte Stärke ist die Flexibilität. Das ist gleichzeitig die größte Hürde für aussagekräftige Reports.

Das Tool sammelt nicht automatisch alle Daten, die du später brauchst. Du musst vorher definieren, was du messen willst – und entsprechend konfigurieren.

Häufige Reporting-Fails:

  • Keine Conversion-Tracking-Ziele definiert
  • Site-Tracking nicht implementiert
  • Event-Tracking fehlt komplett
  • Attribution-Modelle nicht durchdacht

Das Ergebnis: Du siehst Öffnungsraten und Klickraten, aber nicht, welche Kampagnen tatsächlich Umsatz generieren.

Unsere Empfehlung für DACH-Unternehmen:

  1. Definiere deine KPIs vor dem Setup
  2. Implementiere Site-Tracking für Conversion-Daten
  3. Nutze Deal-Tracking für Umsatz-Attribution
  4. Erstelle Custom Fields für wichtige Geschäftsdaten

9) Automation-Overkill: Kompliziert ist nicht gleich gut

Nichts ist schlimmer als eine Automation mit endlosen If/Else-Blöcken, fünf verschiedenen Triggern und zwanzig sinnlosen Tags.

ActiveCampaign bietet unzählige Wege zum Ziel. Aber es gibt immer einen besten Weg – und der folgt zwei Prinzipien:

  • Minimale Anzahl an Bausteinen
  • Maximale Verständlichkeit

Häufige Overkill-Beispiele:

  • Zehn If/Else-Blöcke statt eines Goals
  • Fünf separate Automationen statt einer mit Conditions
  • Tags für alles, auch wenn Custom Fields sinnvoller wären

Die Faustregel: Wenn du deine Automation einem Kollegen nicht in zwei Minuten erklären kannst, ist sie zu komplex.

10) Listen-Hygiene vernachlässigt: Der schleichende Tod

Das typische Szenario:

Monatelang läuft alles super. Dann sinken plötzlich die Öffnungsraten. Klickraten brechen ein. Spam-Beschwerden häufen sich. Die Deliverability leidet.

Der Grund: Vernachlässigte Listen-Hygiene.

Inaktive Kontakte, die nie öffnen oder klicken, schaden deiner Sender-Reputation. E-Mail-Provider interpretieren das als "irrelevanter Content" und filtern deine E-Mails stärker.

Die Lösung ist nicht, inaktive Kontakte manuell zu löschen. Das ist ActiveCampaign – automatisiere auch das:

Automated List Cleanup in ActiveCampaign:

  1. Re-Engagement-Sequenz: Kontakte, die 60 Tage nicht geöffnet haben, bekommen eine spezielle "Vermissen wir dich?"-Kampagne
  2. Letzte Chance: Nach weiteren 30 Tagen ohne Engagement eine finale "Sollen wir dich abmelden?"-E-Mail
  3. Automatic Cleanup: Kontakte ohne Reaktion werden automatisch auf "Do Not Mail" gesetzt

Das hält deine Liste sauber und deine Deliverability hoch.

Fazit: ActiveCampaign richtig nutzen macht den Unterschied

ActiveCampaign ist ein mächtiges Tool. Aber mächtig bedeutet auch: Es verzeiht keine Nachlässigkeit.

Die Unternehmen, die ActiveCampaign erfolgreich nutzen, haben eines gemeinsam: Sie denken systematisch. Sie planen ihre Struktur. Sie dokumentieren ihr Vorgehen.

Und das ist wichtig: Diese Systematik zahlst du nur einmal – am Anfang. Danach erntest du die Vorteile für Jahre.

Wir haben bei Advertal über 170 ActiveCampaign-Projekte begleitet. Die erfolgreichsten Accounts folgten von Anfang an klaren Strukturen und Best Practices.

Wenn du ActiveCampaign nicht nur nutzen, sondern beherrschen willst: Diese zehn Punkte sind dein Startpunkt. Arbeite sie systematisch ab – dein zukünftiges Ich wird es dir danken.

Falls du Unterstützung bei der professionellen ActiveCampaign-Umsetzung brauchst: Wir helfen DACH-Unternehmen dabei, ihre Marketing-Automation endlich profitabel zu machen. Mehr Infos unter advertal.de/start

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