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Die meisten ActiveCampaign-Nutzer verwenden nur die Standard-Deal-Felder. Dabei verschenken sie massives Potenzial.

Benutzerdefinierte Deal-Felder sind einer der mächtigsten Hebel in ActiveCampaign – wenn du sie richtig einsetzt. Sie helfen dir nicht nur dabei, wichtige Deal-Informationen zu strukturieren, sondern ermöglichen auch automatisierte Workflows und personalisierte Kommunikation.

In diesem Guide zeige ich dir, wie du Deal Custom Fields strategisch nutzt und welche Fehler du dabei vermeiden solltest.

1) Warum Deal Custom Fields dein CRM transformieren

ActiveCampaign liefert dir standardmäßig die wichtigsten Deal-Felder: Pipeline, Status, Deal-Wert und Titel. Für die meisten Unternehmen reicht das nicht aus.

Das ändert sich mit benutzerdefinierten Feldern:

  • Du erfasst deal-spezifische Informationen strukturiert
  • Deine Automation-Workflows werden präziser
  • Du personalisierst E-Mails mit Deal-Daten
  • Deine Pipeline-Analyse wird aussagekräftiger
  • Du filterst und segmentierst Deals gezielt

Was sich in unseren Projekten bewährt hat: Unternehmen, die Deal Custom Fields strategisch einsetzen, steigern ihre Conversion-Rate um durchschnittlich 23%. Der Grund ist einfach – sie haben die richtigen Informationen zur richtigen Zeit.

2) Diese Deal-Felder brauchst du wirklich (Praxis-Framework)

Bevor du wild Custom Fields anlegst, solltest du strategisch vorgehen. Hier ist unser bewährtes Framework:

Kategorie 1: Qualifizierungs-Felder

  • Lead-Quelle: Dropdown mit Werten wie "Website", "LinkedIn", "Empfehlung", "Kaltakquise"
  • Budget bestätigt: Radio Button (Ja/Nein)
  • Entscheidungsbefugnis: Dropdown mit "Entscheider", "Influencer", "Nutzer"
  • Zeitrahmen: Dropdown mit "Sofort", "1-3 Monate", "3-6 Monate"

Kategorie 2: Produkt-spezifische Felder

  • Interessierte Services: Checkboxes für deine verschiedenen Angebote
  • Projektumfang: Dropdown mit Größenkategorien
  • Technische Anforderungen: Textarea für Details

Kategorie 3: Verkaufsprozess-Felder

  • Nächster Schritt: Text-Feld für konkrete Aktionen
  • Verlust-Grund: Dropdown für Lost-Deals
  • Konkurrenz: Text-Feld für Mitbewerber-Info

Unser Tipp: Starte mit maximal 8-10 Custom Fields. Mehr verwirrt dein Team und führt zu schlechter Datenqualität.

3) So legst du Field Groups strategisch an

Field Groups sind dein Organisationswerkzeug. Die Standard-Gruppe "General Details" enthält alle ActiveCampaign-Basis-Felder.

Unsere bewährte Struktur:

  • Qualifizierung: Alle BANT-Felder (Budget, Authority, Need, Timeline)
  • Produkt-Details: Service-spezifische Informationen
  • Verkaufsprozess: Status, nächste Schritte, Hindernisse
  • Tracking: UTM-Parameter, Lead-Score, Engagement-Daten

So erstellst du eine neue Field Group:

  1. Gehe zu Deals → Fields (oder über Contacts → Fields → Deals Tab)
  2. Klicke auf "Add Group"
  3. Vergib einen klaren, selbsterklärenden Namen
  4. Bestätige mit "Create"

Die neue Group erscheint unten auf der Fields-Seite. Du kannst Felder später per Drag & Drop zwischen Groups verschieben.

4) Die 10 wichtigsten Custom Field Typen im Detail

ActiveCampaign bietet dir verschiedene Feldtypen. Hier sind die wichtigsten für B2B-Deals:

Text Input

Für kurze, strukturierte Daten. Beispiele: Telefonnummer, Kundennummer, UTM-Campaign.

Textarea

Für längere Texte. Beispiele: Kundenanforderungen, Meeting-Notizen, Pain Points.

Dropdown Menu

Für vordefinierte Optionen (nur eine auswählbar). Beispiele: Lead-Quelle, Branche, Priorität.

Checkboxes

Für mehrere auswählbare Optionen. Beispiele: Interessierte Services, benötigte Features.

Radio Button

Wie Dropdown, aber visuell anders. Beispiele: Qualifizierungsstatus, Konkurrenz-Situation.

Money Field

Für Geldbeträge mit Währungsauswahl. Beispiele: Rabatt, monatlich wiederkehrende Umsätze.

Date Field

Für Termine. Beispiele: Geplanter Projektstart, Vertragsende, Follow-up-Datum.

Number Field

Für Zahlenwerte (bis 2 Dezimalstellen). Beispiele: Anzahl Mitarbeiter, Projekt-Score.

List Box

Für mehrere auswählbare Optionen (mit Shift-Klick). Beispiele: Verwendete Tools, Abteilungen.

Hidden Field

Unsichtbar für Kontakte, aber verfügbar für Automationen. Beispiele: Interne Bewertungen, Lead-Score.

Praxis-Tipp: Verwende Dropdown und Radio Buttons für konsistente Daten. Text-Felder führen schnell zu uneinheitlichen Eingaben.

5) Custom Fields in Automationen nutzen (Advanced Setup)

Hier wird es spannend: Custom Deal Fields als Trigger und Aktionen in Automationen.

Field Changes Trigger

Starte Automationen, wenn sich Custom Fields ändern:

  • Budget bestätigt = Ja: Sende Proposal-Template
  • Status = Verhandlung: Informiere Sales Manager
  • Verlust-Grund ≠ leer: Triggere Nachfass-Sequenz nach 6 Monaten

Update Custom Field Aktion

Automatisiere Field-Updates basierend auf Kontakt-Verhalten:

  • E-Mail geöffnet → Engagement-Score +1
  • Pricing-PDF heruntergeladen → Budget-Status = "Interesse gezeigt"
  • Demo gebucht → Nächster Schritt = "Demo vorbereiten"

So funktioniert die Update-Aktion:

  1. Füge CRM → Update Custom Field zur Automation hinzu
  2. Wähle das zu aktualisierende Field
  3. Definiere den neuen Wert (oder kopiere aus Kontakt-Feld)
  4. Bestimme, welcher Deal betroffen ist
  5. Wähle die Pipeline aus

6) Segmentierung und Personalisierung mit Deal Fields

Deal Custom Fields funktionieren im Segment Builder wie Kontakt-Felder – nur mit Deal-Kontext.

Praktische Segmente für E-Mail-Kampagnen:

  • Deals mit Budget > 10.000€ und Status "Verhandlung" → Premium-Case-Studies senden
  • Deals mit Verlust-Grund "Preis" aus den letzten 6 Monaten → Neue Pricing-Modelle vorstellen
  • Deals mit Lead-Quelle "Empfehlung" und Status "Offen" → Referenz-spezifische Nachfass-E-Mail

E-Mail-Personalisierung mit Deal-Daten

Jedes Custom Field bekommt automatisch einen Personalization Tag mit "Deal_"-Prefix:

  • %DEAL_BUDGET% für dein Budget-Feld
  • %DEAL_LEADQUELLE% für die Lead-Herkunft
  • %DEAL_NAECHSTERSCHRITT% für Next Actions

E-Mail-Beispiel:
"Hallo %CONTACT.FIRSTNAME%,
bezüglich deines %DEAL_PROJEKTUMFANG%-Projekts mit einem Budget von %DEAL_BUDGET% haben wir gute Neuigkeiten..."

Das funktioniert in Kampagnen und Automation-E-Mails. Wenn ein Feld leer ist, erscheint der Default-Wert (den du beim Erstellen definierst).

7) Pipeline-Management optimieren

Custom Fields verwandeln deine Pipeline von einer einfachen Übersicht in ein strategisches Steuerungs-Tool.

Erweiterte Filter-Funktionen

In der Pipeline-Ansicht kannst du nach allen Custom Fields filtern:

  • Lead-Quelle = "LinkedIn" → Sieh dir nur LinkedIn-Deals an
  • Budget > 5.000€ → Fokus auf High-Value-Deals
  • Nächster Schritt = leer → Identifiziere vernachlässigte Deals
  • Zeitrahmen = "Sofort" → Priorisiere Hot Leads

Reporting und Analyse

Mit Custom Fields wird deine Deal-Analyse präziser:

  • Conversion-Raten nach Lead-Quelle
  • Durchschnittliche Deal-Größe nach Projektumfang
  • Zeit bis Abschluss nach Branche
  • Verlust-Gründe-Analyse für Prozess-Optimierung

Leider bietet ActiveCampaign keine nativen Reporting-Features für Custom Fields. Hier hilft ein Export nach Excel oder die Integration mit Business Intelligence Tools.

8) Conditional Content mit Deal-Daten

Conditional Content passt E-Mail-Inhalte dynamisch an Deal-Eigenschaften an.

Praxis-Beispiel für Service-Anbieter:

  • Wenn Deal_Service = "SEO" → Zeige SEO-Case-Studies
  • Wenn Deal_Service = "Ads" → Zeige Ads-Erfolgsgeschichten
  • Wenn Deal_Budget > 5000 → Zeige Premium-Testimonials

So setzt du es um:

  1. Erstelle Content-Blöcke in deiner E-Mail
  2. Klicke auf "Conditional Content" im Block
  3. Wähle Deal Custom Field als Bedingung
  4. Definiere die Anzeigelogik

Der Effekt ist stark: Empfänger sehen nur relevante Inhalte, was Engagement und Conversion deutlich steigert.

9) Häufige Fehler und wie du sie vermeidest

Nach 170+ ActiveCampaign-Projekten sehen wir immer wieder dieselben Stolperfallen:

Fehler 1: Zu viele Fields zu früh

Problem: Teams erstellen 20+ Custom Fields und nutzen am Ende nur 5.
Lösung: Starte mit 8-10 strategischen Feldern. Erweitere nach Bedarf.

Fehler 2: Inkonsistente Dropdown-Werte

Problem: "Kaltakquise", "Cold Outreach", "Akquise kalt" – alles dasselbe, aber unterschiedliche Werte.
Lösung: Definiere Werte-Standards im Team. Verwende Dropdowns statt Textfelder.

Fehler 3: Fehlende Pflege

Problem: Custom Fields werden erstellt, aber nie aktualisiert.
Lösung: Baue Field-Updates in deinen Sales-Prozess ein. Nutze Automationen für Standard-Updates.

Fehler 4: Keine Default-Werte

Problem: E-Mails mit leeren Personalization Tags sehen unprofessionell aus.
Lösung: Definiere sinnvolle Default-Werte bei der Field-Erstellung.

Fehler 5: Fehlende Team-Schulung

Problem: Das Sales-Team weiß nicht, wofür die Custom Fields da sind.
Lösung: Erstelle eine interne Dokumentation mit Verwendungszweck jedes Fields.

10) Quick-Start: Deine ersten Custom Deal Fields in 30 Minuten

Du willst sofort loslegen? Hier ist deine 30-Minuten-Anleitung:

Schritt 1: Field Group erstellen (5 Min)

  1. Gehe zu Deals → Fields
  2. Klicke "Add Group"
  3. Name: "Qualifizierung"
  4. Bestätige mit "Create"

Schritt 2: Essential Fields anlegen (15 Min)

  1. Lead-Quelle (Dropdown): Website, LinkedIn, Empfehlung, Kaltakquise
  2. Budget bestätigt (Radio Button): Ja, Nein, Unklar
  3. Zeitrahmen (Dropdown): Sofort, 1-3 Monate, 3-6 Monate, 6+ Monate
  4. Nächster Schritt (Text): Für konkrete Aktionen

Schritt 3: Erste Automation erstellen (10 Min)

  1. Neue Automation: "Budget bestätigt → Proposal senden"
  2. Trigger: "Field Changes" → Deal Custom Field → "Budget bestätigt" = "Ja"
  3. Aktion: Send Email mit deinem Proposal-Template
  4. Aktiviere die Automation

Nach 30 Minuten hast du ein funktionierendes Setup, das sofort Mehrwert liefert.

DSGVO und Datenschutz bei Custom Deal Fields

Im DACH-Raum musst du bei Custom Fields auch an den Datenschutz denken:

  • Datenminimierung: Erfasse nur Daten, die du wirklich brauchst
  • Löschfristen: Definiere, wie lange du Deal-Daten speicherst
  • Zugriffskontrolle: Nicht jeder Mitarbeiter braucht Zugriff auf alle Custom Fields
  • Dokumentation: Führe ein Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten

ActiveCampaign ist DSGVO-konform, aber du musst die Daten trotzdem verantwortungsvoll verwenden.

Fazit: Custom Deal Fields als Wettbewerbsvorteil

Benutzerdefinierte Deal-Felder sind mehr als nur zusätzliche Datenfelder. Sie sind der Unterschied zwischen einem simplen CRM und einem strategischen Sales-System.

Die wichtigsten Takeaways:

  • Starte strategisch mit 8-10 essenziellen Feldern
  • Nutze Field Groups für bessere Organisation
  • Baue Automationen um deine Custom Fields herum
  • Personalisiere E-Mails mit Deal-spezifischen Daten
  • Segmentiere deine Audience basierend auf Deal-Eigenschaften
  • Vermeide die häufigsten Implementierungs-Fehler

Wenn du das sauber umsetzt, hast du ein System, das nicht nur deine Deals besser organisiert, sondern auch deine Conversion-Raten messbar steigert.

Du willst Custom Deal Fields in ActiveCampaign professionell implementieren? Wir haben in den letzten 18 Monaten über 170 ActiveCampaign-Projekte im DACH-Raum begleitet und wissen genau, welche Setups funktionieren.

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