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Der neue Automation Builder in ActiveCampaign: KI-Vorschläge und Cross-Channel

Tom
Tom
13. März 2026 · 10 Min. Lesezeit

ActiveCampaigns Automation Builder hat grundlegende Änderungen erhalten: KI-gestützte Aktionsvorschläge, In-Context-Editing direkt im Workflow und Cross-Channel-Orchestration über E-Mail hinaus. Was das konkret verändert: Komplexe Automationen bauen sich schneller auf, du verlierst in großen Workflows den Überblick nicht mehr und Kampagnen über E-Mail, SMS und WhatsApp laufen koordiniert aus einem einzigen Builder.

Hier geht es um die Arbeit im Builder. Welche Funktionen neu hinzugekommen sind, listet der Überblick über alle Neuerungen.

Das Wichtigste in Kürze

  • In-Context-Editing erlaubt das Bearbeiten von E-Mails und SMS direkt im Automation Builder, ohne den Workflow zu verlassen.
  • AI-Suggested Actions schlagen passende Folgeschritte vor, sodass du seltener eine Automation von Grund auf aufbauen musst.
  • Der AI Campaign Builder erstellt aus einer Beschreibung in natürlicher Sprache einen vollständigen Workflow-Entwurf.
  • Cross-Channel-Orchestration koordiniert E-Mail, SMS, WhatsApp und Social-Channels aus einer Automation heraus.
  • Predictive Sending optimiert den Versandzeitpunkt je Kontakt automatisch, ohne dass du dafür manuelle Segmente anlegen musst.

Der Automation Builder navigiert sich heute grundlegend anders

Wer ActiveCampaign länger nicht mehr aktiv genutzt hat, findet im Automation Builder eine veränderte Oberfläche. Das auffälligste neue Element ist die Minimap: Sie zeigt die gesamte Automation in einem Miniaturformat am Rand des Bildschirms an. Bei Workflows mit mehr als 15 Schritten war die Navigation früher mühsam – du musstest hin- und herscrollen, um eine bestimmte Stelle zu finden. Die Minimap gibt dir jederzeit einen Gesamtüberblick und erlaubt das direkte Anklicken eines beliebigen Bereichs, ohne zu scrollen.

Das zweite zentrale Element ist In-Context-Editing. Im früheren Builder wurden E-Mails und SMS, die du in einer Automation verwendest, in einem separaten Editor geöffnet: Du verlässt den Builder, nimmst Änderungen vor, kehrst zurück und suchst deinen Ausgangspunkt. In-Context-Editing hebt diesen Wechsel auf. Du klickst auf die E-Mail-Aktion im Workflow und bearbeitest Betreff und Inhalt direkt dort, ohne die Automation zu verlassen. Bei iterativem Arbeiten – häufige kleine Anpassungen an Betreff, Versandzeitpunkt oder Absatz – macht das im Tagesrhythmus einen spürbaren Unterschied.

Das Action-Menü hat ebenfalls eine neue Logik bekommen. Früher musstest du wissen, wie eine Funktion heißt, um sie zu finden. Heute schlägt das Menü kontextbezogen vor, welche Aktionen an einem bestimmten Punkt der Automation sinnvoll sind. Du fügst eine E-Mail-Aktion ein und siehst direkt die Vorschläge: Wartezeit einfügen, Bedingung prüfen, Tag vergeben. Die Suchfunktion im Menü ist außerdem deutlich schneller und toleranter gegenüber ungenauen Suchbegriffen. Wer nicht genau weiß, ob ein Feature „Warten“ oder „Verzögerung“ heißt, findet es trotzdem.

Diese UI-Änderungen wirken wie Komfort-Updates, haben aber funktionale Konsequenzen. Komplexe Automationen mit vielen Verzweigungen und Bedingungen konnten im alten Builder nach einigen Wochen schwer nachvollziehbar werden – besonders wenn mehrere Personen an ihnen gearbeitet haben. Die Minimap und die verbesserte Navigation machen solche Workflows auch für Personen zugänglich, die nicht am ursprünglichen Aufbau beteiligt waren.

KI-Aktionsvorschläge verändern, wie du Automationen aufbaust

Die auffälligste Funktionserweiterung ist der AI Campaign Builder. Du beschreibst in natürlicher Sprache, was die Automation leisten soll – etwa: „Willkommenssequenz für neue Newsletter-Abonnenten, drei E-Mails in sieben Tagen, danach Segmentierung nach Klickverhalten“ – und der Builder generiert einen Workflow-Entwurf. Dieser Entwurf ist kein starres Template, sondern ein bearbeitbarer Ausgangspunkt. Du prüfst, was passt, nimmst Anpassungen vor und aktivierst. Das ersetzt nicht das Verstehen der Automation-Logik, verkürzt aber den Aufwand für den initialen Aufbau erheblich.

AI-Suggested Actions arbeiten anders als der Campaign Builder: Sie greifen nicht beim Erstellen einer neuen Automation ein, sondern beim Erweitern einer bestehenden. Wenn du an einem Verzweigungspunkt stehst – Kontakt hat die E-Mail geöffnet, Kontakt hat nicht geöffnet – schlägt das System die statistisch sinnvollsten nächsten Schritte vor. Diese Vorschläge basieren auf anonymisierten Mustern aus dem Gesamtnetzwerk. Das entlastet vor allem dann, wenn du eine Automation für ein Thema baust, in dem du noch wenig eigene Erfahrungsdaten hast. Wer hingegen bereits ausdifferenzierte Automationen betreibt, wird die Vorschläge als grobe Orientierung nutzen, nicht als fertige Lösung.

Eine dritte KI-Funktion ist AI-Suggested Segments. Statt Segmente manuell nach Kriterien zusammenzustellen, analysiert das System deine Kontaktbasis und schlägt Gruppen vor, die inhaltlich zusammenpassen – zum Beispiel Kontakte, die wiederholt eine bestimmte Kategorie auf deiner Website besucht haben, aber noch keine Transaktion ausgelöst haben. Diese Segmente kannst du direkt in Automationen einsetzen oder als Basis für eine gezielte Kampagne verwenden, ohne erst eine Listenabfrage aufzubauen.

Einblick in Projekte aus dem vollständigen Leitfaden zur Marketing-Automatisierung mit ActiveCampaign zeigt: Teams, die ActiveCampaign seit Jahren nutzen, unterschätzen KI-Funktionen anfangs, weil sie ihre gewohnten Abläufe nicht für schwerfällig halten. Der tatsächliche Unterschied wird sichtbar, wenn du eine neue Automation für ein unbekanntes Thema aufbauen musst – und statt zwanzig Minuten Überlegung fünf Minuten Überarbeitung eines KI-Entwurfs ausreichen.

Cross-Channel-Orchestration geht über parallele Kanäle hinaus

ActiveCampaign ermöglicht Automationen, die E-Mail, SMS, WhatsApp und Social-Channels koordiniert bespielen. Der entscheidende Unterschied zu „mehrere Kanäle gleichzeitig nutzen“: In einer Cross-Channel-Orchestration entscheidet das System anhand des Kontaktverhaltens, welcher Kanal als nächstes bespielt wird. Hat ein Kontakt die letzte E-Mail nicht geöffnet, folgt automatisch eine SMS. Hat er auf den WhatsApp-Link geklickt, aber noch nicht konvertiert, folgt eine weitere E-Mail mit anderem Inhalt. Die Kanäle reagieren aufeinander, statt unabhängig voneinander zu laufen.

Das klingt komplex, weil es das ist. Cross-Channel-Orchestration erfordert eine saubere Datengrundlage: klare Eintrittspunkte, definierte Kanalpräferenzen pro Kontakt und DSGVO-konforme Opt-ins für jeden Kanal getrennt. Wer diese Grundlage nicht hat, baut eine Automation, die schnell Kontakte auf dem falschen Kanal erreicht oder gar nicht erst sendet, weil das Opt-in fehlt. Der erste Schritt ist deshalb nicht das Aufbauen der Automation, sondern das Prüfen der Opt-in-Dokumentation.

Für viele DACH-Unternehmen ist der praktikabelste Einstieg die Kombination aus E-Mail und Site Tracking. Das Site Tracking von ActiveCampaign protokolliert, welche Seiten ein Kontakt besucht, und kann diese Information als Trigger verwenden: Hat ein Kontakt dreimal die Preisseite aufgerufen, ohne anzufragen, startet eine Nurturing-Sequenz, die auf seine konkrete Situation eingeht. SMS und WhatsApp kommen sinnvoll hinzu, wenn es um zeitkritische Trigger geht: Terminerinnerungen, Reaktivierungen nach langer Inaktivität oder kurze Angebote mit Ablaufdatum.

So richtest du eine KI-gestützte Willkommenssequenz ein

Das folgende Beispiel zeigt, wie du den AI Campaign Builder und In-Context-Editing kombinierst, um eine dreistufige Willkommenssequenz für neue Kontakte aufzubauen. Voraussetzung: Du hast ein Formular mit Double-Opt-In-Bestätigung eingerichtet und Tracking ist aktiviert.

  1. Öffne den Automation Builder über Automationen > Neu erstellen. Wähle „Mit KI beginnen“ statt einer manuellen Vorlage.
  2. Beschreibe die Automation in natürlicher Sprache: „Willkommenssequenz für neue Abonnenten. Erste E-Mail sofort nach Opt-in-Bestätigung. Zweite E-Mail nach drei Tagen, wenn Kontakt die erste E-Mail geöffnet hat. Dritte E-Mail nach sieben Tagen für alle, die noch nicht auf einen Link geklickt haben.“
  3. Überprüfe den generierten Entwurf vollständig. Passe den Eintrittspunkt an: Automationen > Eintrittspunkt > Formular-Abonnement und wähle dein Opt-in-Formular aus.
  4. Klicke auf die erste E-Mail-Aktion im Workflow, um In-Context-Editing zu öffnen. Passe Betreff, Absendername und Inhalt an, ohne den Builder zu verlassen. Wiederhole das für die zweite und dritte E-Mail.
  5. Prüfe alle Wartezeiten: Die KI schlägt Standardwerte vor, die du je nach Zielgruppe anpassen solltest. Drei Tage sind für erklärungsbedürftige Produkte häufig besser als 24 Stunden, bei einfachen Käufen kann ein Tag ausreichen.
  6. Prüfe unter den Automation-Einstellungen, ob „Kontakt darf diese Automation nur einmal durchlaufen“ aktiviert ist. Ist sie deaktiviert, erhält ein Kontakt bei erneuter Anmeldung die gesamte Sequenz nochmals.
  7. Aktiviere die Automation unter Automationen > Status > Aktiv. Beobachte die ersten Durchläufe in den Berichten, bevor du weitere Anpassungen vornimmst.

Ein häufig übersehener Aspekt: Prüfe, ob dein Opt-in-Formular den Kontakt sofort als bestätigt markiert oder erst nach dem Klick auf den Bestätigungslink. Im zweiten Fall – dem echten Double-Opt-In – darf die erste E-Mail nicht vor der Bestätigung versandt werden. ActiveCampaign unterscheidet diese Zustände, aber der Automation-Trigger muss entsprechend eingestellt sein.

Typische Fehler beim Einstieg in die neuen Funktionen

Der häufigste Fehler beim AI Campaign Builder ist, den generierten Entwurf zu aktivieren, ohne die Bedingungslogik zu prüfen. Die KI baut Verzweigungen, die syntaktisch korrekt sind, aber nicht immer das abbilden, was du meinst. Besonders kritisch: Bedingungen wie „hat E-Mail geöffnet“ greifen nur, wenn Tracking aktiv ist. Ist es nicht aktiv oder wird durch clientseitige Datenschutz-Tools unterdrückt, läuft der Kontakt durch den „hat nicht geöffnet“-Pfad, auch wenn er die E-Mail gelesen hat. Prüfe im Builder unter Einstellungen > Tracking, ob Open-Tracking aktiviert ist, und entscheide dann, ob du diese Bedingung überhaupt verwenden willst.

Ein zweiter verbreiteter Fehler beim Einstieg in Cross-Channel: Unternehmen schalten SMS oder WhatsApp in einer Automation hinzu, ohne geprüft zu haben, ob die Opt-in-Dokumentation für diese Kanäle vorhanden ist. Das Ergebnis ist eine Automation, die technisch funktioniert, aber für den jeweiligen Kanal keine gültige Rechtsgrundlage hat. Leg für jeden Kanal getrennt fest, auf welcher Grundlage du sendest, bevor du die Automation aktivierst.

In-Context-Editing vereinfacht die Arbeit, verführt aber dazu, häufiger kleine Änderungen an aktiven Automationen vorzunehmen. Das Problem: Kontakte, die sich gerade in der Automation befinden, bekommen bei der nächsten Ausführung die geänderte E-Mail. Bei größeren inhaltlichen Überarbeitungen ist es besser, die Automation zu duplizieren, die neue Version zu aktivieren und die alte mit laufenden Kontakten abzuschließen, bevor du deaktivierst. Bei reinen Betreffzeilen-Anpassungen ist direkte Bearbeitung dagegen unproblematisch.

Beim Einsatz von AI-Suggested Segments kommt ein weiterer Fehler vor: Teams übernehmen die vorgeschlagenen Segmente direkt als Zielgruppen für Kampagnen, ohne zu prüfen, ob die zugrunde liegenden Verhaltensmerkmale tatsächlich mit der eigenen Kampagnenstrategie übereinstimmen. KI-vorgeschlagene Segmente sind Ausgangspunkte, keine fertigen Zielgruppen. Prüfe stets, welche Kriterien hinter einem vorgeschlagenen Segment stehen, bevor du es einsetzt.

Häufige Fragen

Was unterscheidet AI-Suggested Actions von vorgefertigten Automation-Vorlagen?

Vorlagen sind statische Ausgangspunkte, die du vor dem Aufbau einer neuen Automation auswählst. AI-Suggested Actions arbeiten kontextsensitiv: Sie analysieren, was du gerade in der Automation gebaut hast, und schlagen den nächsten sinnvollen Schritt vor. Die Vorschläge ändern sich, je nachdem welche Aktionen du bereits eingefügt hast und an welcher Stelle du dich im Workflow befindest. Du bekommst keine generische Liste, sondern Empfehlungen, die zur aktuellen Logik deiner Automation passen.

Welche ActiveCampaign-Pläne enthalten die KI-Funktionen?

KI-Funktionen wie AI-Suggested Actions, AI Campaign Builder und Predictive Sending sind in ActiveCampaign an bestimmte Plan-Stufen gebunden. Stand 2026 sind die meisten dieser Funktionen ab dem Plus-Plan verfügbar, AI-Suggested Segments teils erst ab Professional. Da ActiveCampaign die Planstruktur regelmäßig anpasst, empfiehlt sich ein direkter Blick auf die aktuelle Vergleichsseite oder ein Gespräch mit dem Support, bevor du deinen Plan wechselst.

Wie verhält sich In-Context-Editing bei E-Mails, die in mehreren Automationen gleichzeitig verwendet werden?

Wenn du eine E-Mail-Vorlage in mehreren Automationen einsetzt, wirkt sich eine Änderung über In-Context-Editing auf alle Automationen aus, die dieselbe Vorlage nutzen. Das ist kein Fehler, sondern bewusstes Design: Templates sind zentral verwaltet. Wenn du eine E-Mail nur für eine bestimmte Automation ändern willst, dupliziere die Vorlage vor der Bearbeitung und verwende die Kopie gezielt. So bleibt die Originalvorlage in anderen Automationen unverändert.

Wann lohnt sich Cross-Channel-Orchestration – und wann reicht E-Mail allein?

Cross-Channel lohnt sich, wenn deine Zielgruppe nachweislich auf mehreren Kanälen erreichbar ist, du für jeden Kanal gültige Opt-ins hast und deine Inhalte vom jeweiligen Kanal profitieren. Für lange Nurturing-Prozesse mit erklärungsbedürftigen Inhalten trägt E-Mail oft mehr als SMS. SMS ist stark, wenn es um zeitkritische Trigger geht: Terminerinnerungen, Reaktivierungen, kurze Angebote. Wenn deine Opt-in-Basis für weitere Kanäle noch klein ist, fang mit E-Mail und Site Tracking an und erweitere schrittweise.

Wie genau arbeitet Predictive Sending in der Praxis?

Predictive Sending analysiert das individuelle Öffnungsverhalten jedes Kontakts und berechnet, zu welchem Zeitpunkt er E-Mails erfahrungsgemäß öffnet. Statt alle Kontakte eines Segments zum gleichen Zeitpunkt zu beschicken, verschickt ActiveCampaign jede E-Mail in dem Zeitfenster, das für den jeweiligen Kontakt statistisch am günstigsten ist. Das setzt eine ausreichende Verhaltenshistorie voraus: Neue Kontakte oder Kontakte, die selten E-Mails öffnen, fallen auf den Standard-Versandzeitpunkt zurück, den du im Kampagnensetup festlegst.

Wer die Automation-Trigger in ActiveCampaign systematisch einsetzen will, findet eine strukturierte Übersicht über Typen, Einrichtung und häufige Fehler. Wer außerdem wissen will, wie KI-Funktionen über den Automation Builder hinaus in Kampagnen wirken, liest dazu den Artikel über KI im E-Mail-Marketing mit ActiveCampaign. Die Kombination aus sauberem Trigger-Setup und KI-gestützten Inhalten ist der Ausgangspunkt für Automationen, die langfristig stabil laufen.

Tom Wenk, Gründer der Advertal GmbH

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