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Wenn du ein Franchise-System oder ein Multi-Location-Unternehmen führst, kennst du das Problem: Nicht alle Standorte sind gleich aktiv beim Marketing. Manche verlassen sich komplett auf die Zentrale, andere experimentieren wild herum.

In den letzten anderthalb Jahren haben wir bei Advertal über 170 Marketing-Projekte begleitet – viele davon für Franchise-Systeme und Multi-Location-Brands. Dabei ist uns ein Muster aufgefallen, das sich immer wieder bestätigt: die 80/20-Regel.

Diese Erkenntnis verändert komplett, wie du dein Marketing organisierst.

1) So zeigt sich die 80/20-Regel im Multi-Location-Marketing

Nehmen wir ein typisches Franchise-System mit 100 Standorten. Die Verteilung sieht fast immer so aus:

Die Basis-Gruppe (80 Standorte – 80%)

Diese Franchise-Nehmer verlassen sich vollständig auf die Zentrale. Sie wollen vorgefertigte E-Mail-Kampagnen, fertige Social-Media-Posts und klare Anweisungen.

Typische Aussagen: "Schickt uns einfach die nächste Kampagne." "Wir haben keine Zeit für Marketing-Tools." "Das soll die Zentrale machen."

Das ist nicht schlecht – es ist einfach ihre Realität. Sie konzentrieren sich auf ihr Kerngeschäft und brauchen maximale Unterstützung.

Die Aktiven (16 Standorte – 16%)

Diese Gruppe nutzt die Tools der Zentrale, will aber auch eigene Akzente setzen. Sie fragen nach zusätzlichen Features, testen lokale Kampagnen und geben konstruktives Feedback.

Typische Aussagen: "Können wir die E-Mail für unsere Region anpassen?" "Wir haben eine Idee für eine lokale Aktion." "Das Tool ist gut, aber wir bräuchten noch X."

Die Power-User (3 Standorte – 3%)

Hier wird es interessant. Diese Franchise-Nehmer nutzen ActiveCampaign und andere Marketing-Tools bis zum Anschlag. Sie bauen eigene Automationen, testen ständig neue Features und erzielen überdurchschnittliche Ergebnisse.

Was sie machen:

  • Lokales Lead Scoring basierend auf regionalen Besonderheiten
  • Eigene Landing Pages für lokale Events
  • Angepasste Customer Journey Mappings
  • A/B-Tests für verschiedene Zielgruppen

Der Innovator (1 Standort – 1%)

Und dann gibt es diesen einen Standort. Den Überflieger. Der nicht nur alles nutzt, was verfügbar ist, sondern auch eigene Lösungen entwickelt.

Wir hatten einen Kunden – ein Fitnessstudio-Franchise – wo ein einzelner Standort mit Site Tracking und Lead Scoring eine Conversion-Rate von 23% erreicht hat. Der Durchschnitt lag bei 8%.

Dieser eine Standort hat das System für alle anderen verändert.

2) Warum diese Verteilung Marketing-Gold ist

Die meisten Franchise-Zentralen machen einen Fehler: Sie versuchen, alle gleich zu behandeln. Das funktioniert nicht.

Stattdessen solltest du die 80/20-Regel als Entwicklungspfad verstehen:

Für die 80% (Basis-Gruppe)

Diese Standorte brauchen maximale Automatisierung. Mit ActiveCampaign HQ kannst du:

  • Zentrale E-Mail-Kampagnen ausspielen, die automatisch lokalisiert werden
  • Einfache Automationen bereitstellen (Willkommen-Serie, Geburtstags-E-Mails)
  • Dashboard-Zugang geben ohne komplexe Einstellungsmöglichkeiten
  • Klare Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Standard-Aufgaben

Das Ziel: Diese Gruppe soll erfolgreich sein, ohne sich um Technik kümmern zu müssen.

Für die 16% (Aktive Gruppe)

Hier investierst du in Weiterbildung und erweiterte Tools:

  • Monatliche Schulungen zu neuen ActiveCampaign-Features
  • Zugang zu erweiterten Segmentierungen
  • Möglichkeit, eigene Tags und Custom Fields zu nutzen
  • Regelmäßige Best-Practice-Calls mit erfolgreichen Standorten

Das Ziel: Diese Gruppe soll zu Power-Usern werden.

Für die 3% (Power-User)

Diese Standorte werden zu deinen Piloten:

  • Beta-Zugang zu neuen Features
  • Individuelle Beratung bei komplexen Automationen
  • Eigene Subdomain für lokale Landing Pages
  • Direkter Kontakt zur Marketing-Zentrale

Das Ziel: Diese Gruppe entwickelt die Standards für morgen.

Für den 1% (Innovator)

Dieser Standort wird zu deinem strategischen Partner:

  • Exklusiver Zugang zu neuen Tools und Integrationen
  • Gemeinsame Entwicklung von Case Studies
  • Mentoring-Rolle für andere Standorte
  • Input bei der Entwicklung neuer Marketing-Strategien

3) Praxis-Framework: Die 80/20-Marketing-Pyramide umsetzen

So setzt du das konkret in ActiveCampaign um:

Schritt 1: Standorte kategorisieren

Erstelle in ActiveCampaign Tags für jede Gruppe:

  • "Franchise-Basis" (80%)
  • "Franchise-Aktiv" (16%)
  • "Franchise-PowerUser" (3%)
  • "Franchise-Innovator" (1%)

Die Kategorisierung machst du anhand von:

  • Nutzung der Marketing-Tools (letzte 3 Monate)
  • Anfragen nach zusätzlichen Features
  • Performance-Kennzahlen (Open Rate, Click Rate, Conversions)
  • Eigeninitiative bei Marketing-Aktionen

Schritt 2: Gruppspezifische Automationen

Baue verschiedene Nurturing-Pfade:

Für die Basis-Gruppe:

  • Automatische Weiterleitung von Corporate-Kampagnen
  • Einfache Performance-Reports (monatlich)
  • Schritt-für-Schritt-Tutorials als E-Mail-Serie

Für die aktive Gruppe:

  • Erweiterte Analytics und Insights
  • Einladungen zu Webinaren und Schulungen
  • Best-Practice-Newsletter mit Praxisbeispielen

Für Power-User und Innovatoren:

  • Direkter Draht zum Marketing-Team
  • Beta-Einladungen für neue Features
  • Individuelle Beratungstermine

Schritt 3: Aufstiegs-Automationen

Das Geniale: Du kannst Standorte automatisch in höhere Kategorien verschieben.

Beispiel-Trigger für den Aufstieg von "Basis" zu "Aktiv":

  • 3 Monate konstante Nutzung der Standard-Tools
  • Teilnahme an mindestens 2 Schulungen
  • Überdurchschnittliche Performance-Kennzahlen

ActiveCampaign kann das automatisch tracken und die entsprechenden Tags setzen.

4) Der Erfolgsmultiplikator: Peer Learning zwischen den Ebenen

Jetzt kommt der Teil, den fast niemand sauber spielt: Die erfolgreichen Standorte als Mentoren nutzen.

Monatliche Success Stories

Lass deine Power-User und Innovatoren ihre Erfolge teilen:

  • Kurze Video-Testimonials (2-3 Minuten)
  • Screenshot-basierte Case Studies
  • Live-Q&A-Sessions mit anderen Franchise-Nehmern

Das funktioniert besser als jede Corporate-Schulung, weil die Glaubwürdigkeit höher ist.

Reverse Mentoring

Lass auch die Basis-Gruppe zu Wort kommen. Oft haben sie Einblicke in lokale Besonderheiten, die den Power-Usern fehlen.

Beispiel: Ein kleiner Standort in einer ländlichen Region hatte eine geniale Lösung für lokales E-Mail-Marketing entwickelt. Diese Strategie haben wir dann für ähnliche Standorte ausgerollt.

5) Technische Umsetzung mit ActiveCampaign HQ

ActiveCampaign HQ ist perfekt für diese Strategie, weil du:

Zentrale Kontrolle behältst

  • Einheitliche Markenführung über alle Standorte
  • Zentrale Datensammlung und -auswertung
  • Konsistente Deliverability durch gemeinsame IP-Reputation

Lokale Flexibilität ermöglichst

  • Individuelle Kontaktlisten pro Standort
  • Lokalisierte Automationen und Kampagnen
  • Anpassbare Templates für verschiedene Regionen

Stufenweise Freigaben verwaltest

  • Basis-User: Nur vorgefertigte Kampagnen
  • Power-User: Eigene Automationen und Segmentierungen
  • Innovatoren: Vollzugriff auf alle Features

6) Häufige Fehler bei der 80/20-Umsetzung

Fehler 1: Alle gleich behandeln
Das führt zur Überforderung der 80% und Unterforderung der 20%.

Fehler 2: Nur auf die Power-User fokussieren
Die 80% generieren immer noch den Großteil des Umsatzes.

Fehler 3: Starre Kategorien
Standorte können und sollen zwischen den Ebenen wechseln können.

Fehler 4: Fehlende Dokumentation
Ohne Case Studies und Best Practices verpufft das Wissen der Innovatoren.

7) Quickstart: Die ersten 30 Tage

Wenn du nur wenig Zeit hast, bau das zuerst:

Woche 1: Standorte kategorisieren und in ActiveCampaign taggen

Woche 2: Basis-Automation für die 80% aufsetzen (einfache Welcome-Serie + monatlicher Newsletter)

Woche 3: Die Top 3 Power-User identifizieren und direkt kontaktieren

Woche 4: Ersten Success Story von einem Power-User erstellen und an alle verschicken

Das gibt dir sofort Klarheit über deine Struktur und erste schnelle Gewinne.

Fazit: Die 80/20-Regel als Wachstumshebel nutzen

Die 80/20-Regel ist kein Problem, das du lösen musst. Sie ist ein Muster, das du nutzen kannst.

Wenn du das System sauber umsetzt, passieren drei Dinge:

  1. Die 80% werden effektiver, weil sie die richtigen Tools für ihr Level bekommen
  2. Die 20% werden zu Multiplikatoren, die das gesamte System voranbringen
  3. Du bekommst einen natürlichen Innovationsprozess, der von unten nach oben funktioniert

Das Ergebnis: Ein Franchise-System, das sich selbst weiterentwickelt statt nur verwaltet zu werden.

Wir haben das in den letzten anderthalb Jahren mit über 170 Projekten getestet. Es funktioniert – wenn du es konsequent umsetzt.

Wenn du das mit Advertal für dein Multi-Location-Marketing umsetzen willst: advertal.de/start

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